Bogenschütze aus Worms in Walbeck verschwunden

Familie und Verein in großer Sorge : Bogenschütze aus Worms verschwindet in Walbeck

Ein 63-jähriger Sportler aus Worms wollte zu den Deutschen Meisterschaften im Bogenschießen in Walbeck. Sein Auto wurde Freitag noch auf dem Gelände gesehen, seitdem ist der Mann vermisst.

Der Bogensportclub Worms-Pfeddersheim ist in großer Sorge um eines seiner Mitglieder. Der 63-Jährige ist am Freitag, 24. August, zur Deutschen Meisterschaft der Bogenschützen nach Walbeck gereist. Am Freitagabend ist er dort angekommen, danach verliert sich seine Spur. „Wir haben die schlimmsten Befürchtungen, dass ihm was passiert ist“, sagt sein Vereinsfreund Norbert Jäger vom Pfeddersheimer Bogensportclub. Ebenso geht es der Familie des Vermissten.

Am Freitagabend nach seiner Anreise hat sich der Mann zuletzt um etwa 18 Uhr bei seiner Familie gemeldet. Er sagte, das er gut angekommen sei und  einen Zeltplatz gefunden habe, auf dem er für zehn Euro die Nacht verbringen könne. Um 19 Uhr kontaktierte er  via Whatsapp seine Vereinsfreunde: Er sei in Walbeck. Danach hörte man nichts mehr von ihm.

Vier weitere Sportkollegen aus Worms reisten Freitag beziehungsweise Samstag zu dem Turnier, dass auf dem Sportplatz des SV Walbeck ausgetragen wurde. Sie gerieten zunehmend um Sorge, als der 63-Jährige am Samstagmorgen nicht auftauchte. „Ich habe immer wieder versucht, ihn zu erreichen, per Telefon, per Whatsapp – es kam keine Reaktion“, erzählt Norbert Jäger, der zu der Gruppe gehörte.

Nachdem sie den Vermissten bis Samstagmittag nicht erreichen konnten, brachen die Wormser Schützen ihre Teilnahme am Turnier ab und machten sich auf die Suche. Sie meldeten sich bei der Polizei, fragten überall herum, riefen Krankenhäuser an, suchten mögliche Zeltplätze in der Umgebung ab. Auch Sonntag waren sie noch unterwegs. „Wir haben Campingplätze abgeklappert, auch in den Niederlanden – alles negativ“, so Norbert Jäger. Auch über Facebook verbreitete der Verein die Nachricht von der Suche nach dem 63-Jährigen.

Nur eines fanden sie heraus: „Zumindest sein Auto wurde noch auf dem Platz gesehen“, berichtet Jäger. Einer Helferin war der dunkelblaue Kastenwagen mit Wormser Kennzeichen am Freitagabend am Sportplatz aufgefallen. Allerdings ließ sich nicht mehr klären, wie spät es da war.

Seine Vereinskollegen rekonstruieren, dass der Mann am Freitagabend zuerst irgendwo bei Walbeck einen Zeltplatz gefunden und dort ein Lager aufgeschlagen hat. Dann müsste er zum Sportplatz gefahren sein, um ihn sich einmal anzusehen. Seine Bekannten schließen das daraus, dass es direkt auf dem Sportgelände auch kostenlose Zeltplätze gab. Hätte der Sportler das Turniergelände direkt angefahren, wäre er vermutlich auch dort geblieben, meinen sie.

Die Polizei in Worms bewertet die Angelegenheit als „Vermisstenfall“. „Die Person ist intern in unserem polizeilichen System zur Fahndung ausgeschrieben“, heißt es dort. Man habe auch die Kollegen in Nordrhein-Westfalen kontaktiert. Eine Öffentlichkeitsfahndung gebe es aber noch nicht; dazu reichen die Anzeichen nicht aus, dass der Mann in Gefahr sein könnte.

Prinzipiell gilt, dass erwachsene Menschen das Recht haben, zu verschwinden, ohne jemandem zu sagen, wohin sie gehen. Jeder darf sich theoretisch einfach absetzen oder eine „Auszeit“ nehmen. Seine Bekannten und Verwandten glauben aber keine Sekunde daran, dass das passiert ist. „Es passt nicht zu ihm“, sagt seine Ehefrau. Und die Umstände passen auch nicht: „Er hat nicht viel Geld dabei und keine Kreditkarte“, erzählt sie. „Mit 100 Euro, Sportsachen und vielleicht noch einer Jeans nimmt sich ein Mensch doch keine Auszeit.“ Auch Norbert Jäger sagt: „Das schließen wir aus.“ Der Bogenschütze hatte sich auf die Meisterschaft vorbereitet. „Er hat noch Sachen mitgenommen für seine Mannschaft, einen Pavillon und so etwas“, erzählt er.

Der 63-Jährige ist 1,83 Meter groß, schlank und hat graue kurze Haare. Sein Auto ist ein dunkelblauer Kastenwagen, ein Fiat Doblo,  mit dem Kennzeichen WO-MI 94.

Sportverein und Familie bitten jeden, der Informationen über den Verbleib des Vermissten  ober seines Autos hat, dies sofort bei der Polizei zu melden.

Mehr von RP ONLINE