Vorwürfe auch gegen Fynn Kliemann Maskenaffäre – Staatsanwalt stellt Verfahren gegen Tom Illbruck ein
Niederrhein · Jan Böhmermann hatte in seiner Sendung heftige Vorwürfe gegen Tom Illbruck und Fynn Kliemann erhoben. Daraufhin hatte der Staatsanwalt ermittelt. Kliemann hatte sich per Deal geeinigt, Tom Illbruck ging einen anderen Weg.
Tom Illbruck sitzt an einem See in Hoerstgen am Niederrhein und ist einfach nur froh. „Ich fühle mich sehr erlöst“, sagt der 43-Jährige. „Mit mir im Reinen war ich die ganze Zeit, aber jetzt habe ich es auch offiziell von der Staatsanwaltschaft.“ Illbruck war gemeinsam mit Influencer Fynn Kliemann vor rund einem Jahr in die Schlagzeilen geraten. Wie berichtet, hatte Jan Böhmermann in seiner Satiresendung ZDF Magazin Royale heftige Vorwürfe gegen das Duo erhoben. Es ging um die Frage ob die Firma Global Tactics Textilmanufaktur von Tom Illbruck bewusst die Herkunft von Masken verschwiegen hatte. Sie kamen aus Asien statt aus Europa. Noch schwerer war der Vorwurf, angeblich minderwertige Masken seien an Geflüchtete abgegeben worden.
Geschäftspartner von Tom Illbruck war damals der bekannte Influencer Fynn Kliemann. Gegen beide hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt. Und beide hatten das Angebot bekommen, dass das Verfahren gegen eine Geldstrafe eingestellt wird. Kliemann ließ sich bereits vor einiger Zeit gegen die Zahlung von 20.000 Euro auf den Deal ein, Illbruck lehnte ab. „Ich will, dass die ganze Sache ausermittelt wird. Denn ich bin zu 1000 Prozent davon überzeugt, dass ich im Recht bin“, hatte Illbruck seinerzeit im Gespräch mit der Redaktion klargestellt.
Tatsächlich hat die in diesem Fall zuständige Staatsanwaltschaft Stade das Ermittlungsverfahren wegen Betrugs am 27. April eingestellt. Die Einstellung erfolgte nach Paragraph 153 Absatz 1 der Strafprozessordnung, also wegen Geringfügigkeit.
„Auch wenn es sich um eine Einstellung nach Geringfügigkeit handelt, ist damit festgestellt, dass keinerlei strafbare Handlungen und/oder Tatbeteiligungen in meinem Fall vorgelegen haben“, so Illbruck. „Ich betrachte mich damit als vollständig rehabilitiert von den Vorwürfen, die sich nunmehr als rechtlich haltlos erwiesen haben.”
Der Staatsanwalt habe nach dem Abschluss der Ermittlungen keinen Anlass für weitere Untersuchungen oder eine Anklage gesehen, so Illbruck. Das Thema sei damit für ihn auch endgültig erledigt. „Ich werde da nicht nachkarten“, sagt der 43-Jährige.
Er habe auch eine Entscheidung haben wollen, „damit eindeutig klargestellt wird, dass ich nichts Unrechtes getan habe“.
Die Folgen für ihn seien nach der Sendung extrem gewesen. Danach hatten einige Kunden ihre Aufträge bei Global Tactics storniert. Tom Illbruck selbst war in E-Mails und den sozialen Netzwerken bedroht worden.
Kontakt zu Fynn Kliemann habe er nicht mehr. „Wir hatten keinen Streit oder so was, aber es gibt einfach keine wirtschaftliche Schnittmenge mehr zwischen uns.“ Zudem habe der Influencer deutlich gemacht, dass er alle privaten Verbindungen zu Tom Illbruck kappen wolle.
Illbruck hatte sich Mitte des vergangenen Jahres aus dem Unternehmen Global Tactics zurückgezogen. Er hatte die Firma aufgebaut und war auch Geschäftsführer gewesen. Das Unternehmen in Kerken hatte vor allem mit seiner Nachhaltigkeit geworben. Illbruck hatte nachhaltige Textilkollektionen für Künstler, Modelabels, Vereine sowie Sportkleidung designt. Als die ZDF-Sendung im Mai 2022 ausgestrahlt wurde, war er Angestellter der Firma, aber nicht mehr Geschäftsführer. Wenig später zog er sich ganz aus dem Unternehmen zurück.
Er lebt immer noch in Hoerstgen bei Kamp-Lintfort und hat inzwischen zwei Textilfirmen in Portugal und Serbien gegründet. Darauf fokussiere er sich jetzt und pendle zwischen dem Niederrhein und dem Ausland.