Beim Verein VSR-Gewässerschutz Geldern gibt es Chancen für Jugendliche.

Bufdi beim VSR-Gewässerschutz in Geldern: Ein Jahr im Labormobil

Milan Toups arbeitet seit August als Bundesfreiwilliger beim VSR-Gewässerschutz in Geldern. Der Umweltschutz, der zunächst nur ein Interesse war, soll nun seinen weiteren Berufsweg prägen.

Wenn es heißt, Milan Toups habe mehrere Wochen im Labormobil verbracht, dann heißt das nicht, dass er dort nur gearbeitet hat. Er hat auch dort gekocht, gegessen, geschlafen und seine Freizeit verbracht. Im vergangenen Jahr nach seinem Schulabschluss hat sich der heute 18-Jährige dazu entschlossen, ein Jahr für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim Verein VSR-Gewässerschutz in Geldern zu verbringen. Das Thema, mit dem er sich bei der gemeinnützigen Organisation beschäftigt: Umweltschutz.

Von August bis Oktober war Milan Toups zusammen mit Harald Gülzow im Labormobil unterwegs. In ganz Deutschland informierten sie an Infoständen zum Thema Gewässerschutz, Qualität von Brunnenwasser und nachhaltiger Konsum. Milans Aufgabe: Die Wasserproben aus Brunnen von Bürgern während der Veranstaltung im Labormobil analysieren. „Bio war schon immer mein Lieblingsfach in der Schule“, sagt Milan Toups. „Darum haben mir vor allem die Analysen Spaß gemacht.“

Nach seinem Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung am Berufskolleg in Geldern war ihm das aber noch nicht so klar, sagt der 18-Jährige. „Ich hatte nach Ausbildungen und Alternativen geguckt, war aber noch sehr unentschlossen.“ Seine Mutter habe ihn dann auf die Idee mit dem „Bufdi“ gebracht. Beim VSR-Gewässerschutz passte es dann mit seinem Faible für Biologie. „Die Entscheidung hat sich jetzt schon gelohnt“, sagt Milan Toups. „Die Arbeit ist super informativ, abwechslungsreich, ich habe viel mit Menschen zu tun. Es passt alles zusammen.“

Da war es auch kein Problem, dass er im Sommer die Hälfte der Woche kaum zu Hause verbringen konnte. Um bei der ersten Veranstaltung am Montagmorgen pünktlich da zu sein, fuhren Milan Toups und Harald Gülzow immer Sonntagnachmittags los. Nach der letzten Veranstaltung am Mittwochnachmittag ging es dann wieder zurück nach Geldern. „Wir arbeiten von Montag bis Mittwoch länger als acht Stunden. Allerdings merkt man das fast gar nicht, weil die Arbeit so abwechslungsreich ist und ja auch die Fahrstrecken zur Arbeitszeit gehören“, sagt Milan Toups. Damit die Arbeitszeit von 38,5 Stunden nicht überschritten wird, haben die Bundesfreiwilligen, die mit dem Labormobil unterwegs sind, donnerstags und freitags frei.

Nun, in den Wintermonaten, arbeitet Milan Toups in der Geschäftsstelle. Er wertet Messergebnisse aus, erstellt Karten, schreibt Texte für die Homepage, Flyer und Social Media. Und hilft natürlich, die nächsten Veranstaltungen vorzubereiten. Proben von Flüssen zu nehmen und auf den Nitratgehalt prüfen, steht ebenfalls auf seinem Plan. Auch beim Einsatz einer Wasserdrohne, die Proben an unzugänglichen Flüssen und Seen nimmt, wird er mithelfen.

Für jeden Bufdi sind zudem 25 Seminartage pro Jahr vorgesehen. Diese werden vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in verschiedenen Städten in Deutschland angeboten. Jeder Bufdi kann sich nach seiner Interessenlage Seminare zur Öffentlichkeitsarbeit, Eventplanung und Umweltbildung aussuchen.

Der Bundesfreiwilligendienst ist mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr vergleichbar, allerdings gibt es keine Altersbeschränkung. Der BFD kann auch als praktischer Teil der Fachhochschulreife, als Vorpraktikum oder als Wartesemester anerkannt werden. Die Bundesfreiwilligen beim VSR-Gewässerschutz bekommen 350 Euro Taschengeld, einen Wohngeldzuschuss und sind sozialversichert. Es gibt außerdem weiterhin Kindergeld.

Ab Mai bis Juli geht es für Milan Toups nochmals raus mit den Infoständen. Ende Juli ist aber Schluss, für den 18-Jährigen endet dann der Einsatz. Danach will er eine Ausbildung machen. Dabei sucht er nun nach ganz anderen Kriterien aus als vor seinem BFD. „Vorher war ich vor allem an kaufmännischen Ausbildungen interessiert“, sagt der 18-Jährige. „Jetzt bin ich mir sicher, dass es in Richtung Umweltschutz gehen soll.“

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