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Bauprojekt der GWS Geldern: Efeu-Haus muss abgerissen werden

Bauprojekt der GWS Geldern : Efeu-Haus muss abgerissen werden

Das alte Fabrikgebäude an der Friedrich-Spee-Straße in Geldern sollte saniert werden. Doch Statik und Fundament lassen das nicht zu. Nun will die GWS das Haus abreißen und neu aufbauen – dort entstehen neun Wohnungen.

Eigentlich waren die Pläne für die ehemalige Hutfabrik Verhoolen ganz andere. Der alte Backsteinbau an der Friedrich-Spee-Straße sollte saniert werden, kleine Wohnungen in dem Altbau entstehen, der früher lange von Efeu überwuchert war. Das Efeu ist weg, den Namen Efeu-Haus trägt das Gebäude noch immer. Nun steht fest, dass der Plan, das Gebäude im Bestand zu sanieren, nicht funktioniert. Das bestätigte Paul Düllings von der Gelderner Wohnungsgenossenschaft GWS, die Eigentümerin des alten Fabrikgebäudes ist.

Im Laufe des vergangenen Jahres habe sich gezeigt, dass weder die Statik noch das Fundament in einem geeigneten Zustand seien. „Miserabel“, sagt Paul Düllings. Das hätten mehrere Gutachten bestätigt. Vor allem durch die Lage direkt am alten Stadtgraben sei keine Standfestigkeit für das Gebäude gegeben. Das Efeu-Haus sei in den vergangenen Jahren bereits um einige Zentimeter abgesackt. Theoretisch, sagt Düllings, sei die Sanierung zwar machbar, sprenge aber jeden Kostenrahmen. „Darum haben wir uns entschlossen, das Gebäude abzureißen und wieder aufzubauen – in derselben Optik, um den Charakter des Hauses zu erhalten.“ Besonders charakteristisch seien die Sprossenfenster und der vorgezogene Anbau, in dem sich das Treppenhaus befindet, mit Balkon. Der Architekt Christoph Echelmeyer aus Geldern habe das Gebäude bereits vermessen und dokumentiert, um es in derselben Weise wieder aufzubauen. Der Bauantrag dafür werde gerade vorbereitet, so Düllings.

Auch wenn der GWS-Chef, wie er zugibt, zunächst enttäuscht war, dass das Gebäude nicht erhalten werden kann, einen großen Vorteil hat der Neubau für die zukünftigen Bewohner: An der Rückseite zum Stadtgraben befinden sich derzeit keine Fenster, das wird beim Neubau anders geplant, sodass die Wohnungen heller werden. Der Bau neben dem Efeu-Haus, der ebenfalls abgerissen und neu aufgebaut wird, soll in diesem Zuge um 3,80 Meter versetzt werden, vom Stadtgraben weg. So habe man auf der Rückseite genügend Abstand zum Nachbarn, um Balkone anzubauen.

Im Efeu-Haus sollen auf drei Etagen drei Wohnungen entstehen, zwei mit 64 Quadratmetern, die unterm Dach wird etwa 40 Quadratmeter groß. Im Zwischenbau ist Platz für sechs kleine Wohnungen, 40 und 55 Quadratmeter groß.

Obwohl die GWS hier rund 1,8 Millionen Euro in das Grundstück, den Abriss und den Anbau investiert, soll die Miete unter dem Durchschnitt bleiben, so Düllings. Der Mietspiegel liegt bei Wohnungen unter 55 Quadratmetern aktuell bei 8,45 Euro. „Wir arbeiten hier mit Aufwendungszuschüssen. Die Mieten sind also subventioniert“, so Düllings. „Darin sehe ich auch unsere Aufgabe: Projekte zu übernehmen, an die sich kein privater Investor heran trauen würde.“ Allerdings, so Düllings, wäre die Sanierung des alten Gebäudes noch teurer gewesen.

Die GWS hatte das Grundstück mit dem alten Fabrikgebäude vor neun Jahren erworben. Wenn alles nach Plan läuft, könnte im Sommer der Abriss beginnen. Die Bauarbeiten, schätzt Düllings, werden dann etwa 15 Monate in Anspruch nehmen. Zuerst steht aber noch eine andere Baustelle an: die Parkplätze. Vor dem Efeu-Haus sollen acht Stellplätze für die Mieter entstehen. Zusätzlich plant die GWS, auf einem Rasenstück hinter den Häusern der Friedrich-Spee-Straße 8a und 8c eine größere Parkfläche für die Caritas zu schaffen. 14 Plätze für Autos und drei für Sprinter sollen hier entstehen. Um für die Zeit der Bauarbeiten einen Ersatz für die derzeitige Stellfläche am Efeu-Haus zu schaffen, sei das der erste Schritt.

(veke)