Gelderland: Bauern stinkt Hundekot auf Feldern

Gelderland : Bauern stinkt Hundekot auf Feldern

Freilaufende Vierbeiner beschädigen Folien auf den Äckern, mahnt Kreislandwirt Heinz Lax. Wegen der Verunreinigungen durch Kot können Krankheiten übertragen werden. Es gibt strenge Vorschriften der EU.

Alle wollen sich in der Natur bewegen: Ob als Radfahrer, Spaziergänger, Geocacher oder als Hundebesitzer zusammen mit dem vierbeinigen Freund. "Hier ist Rücksicht gefragt. Hunde sollten an der Leine geführt werden. Landwirte wollen hochwertige Lebensmittel erzeugen. Hundekot auf Feldern und die Erzeugung von Lebensmitteln passen nicht zusammen", hebt Heinz Lax, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern, hervor.

Ganz besonders jetzt ist die Rücksichtbahme der Hundebesitzer gefragt. Denn von Anfang April bis Mitte Juli bringen wildlebende Tiere ihren Nachwuchs zur Welt. Hunde können das junge Wild und die Elterntiere erschrecken. "Aber auch die Folien und das Vlies auf den Erdbeer- und Salatfeldern, die zurzeit ausgelegt sind, können durch freilaufende Hunde beschädigt werden. Das kostet den Landwirt viel Geld", betont Lax.

Der Vorsitzende hat durchaus Verständnis dafür, dass Hundehalter lange Spaziergänge mit dem Hund auf abgelegenen Wegen, fernab vom Verkehrslärm, schätzen. "Das ist auch möglich, aber Hundehalter sollten bitte auf den Wegen bleiben und keine Bälle und Stöckchen auf die landwirtschaftlichen Flächen werfen. Schon ein einziger Besuch des vierbeinigen Freundes hinterlässt unzählige Spuren in Feldern und Wiesen und kann zur Verschmutzung und Vernichtung zahlreicher Kulturpflanzen führen", erklärt der Vorsitzende. Übrigens, auch Stöcke und Äste sind bei der Ernte sehr hinderlich.

"Die landwirtschaftlich genutzten Flächen liefern Lebensmittel und sind die Lebensgrundlage des betroffenen Landwirtes", erinnert Lax. Aber auch darüber hinaus hat die Verunreinigung von Futterflächen durch Hundekot weitreichende Folgen. So sind den Landwirten seitens der Europäischen Union strenge hygienerechtliche Vorschriften bei der Gewinnung von Lebensmitteln auferlegt. "Ihre Einhaltung ist nicht sichergestellt, wenn Futtermittel verunreinigt sind", erklärt Lax. Im schlimmsten Fall könne das Weidefutter dann von den Bauern nicht verwertet werden. Für erzeugte Produkte wie Fleisch oder Milch trage der Landwirt aber die volle Verantwortung.

Das Argument vieler Hundebesitzer, Hundekot sei gleich Kuhfladen, entkräftet der Vorsitzende. Wird Gülle oder Mist auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht, so werde er vom Boden schnell aufgenommen. Zumal sich die Pflanzen dann noch im Boden befinden und auf den Pflanzen selbst keine Gülle ausgetragen wird. Eine Übertragung von Krankheiten erfolge hauptsächlich durch Kot von Fleischfressern.

Der Vorsitzende rät seinen Berufskollegen zum Dialog mit den Hundebesitzern: "Nur so entsteht gegenseitiges Verständnis. Den Hundehaltern muss verdeutlicht werden, die Hundehaufen ihrer Vierbeiner nicht nur in Stadtparks, sondern auch auf Wiesen und Weiden auf dem Land einzusammeln und mitzunehmen."

Eine ähnliche Auffassung vertritt Nabu-Kreisvorsitzende Monika Hertel. Sie geht sogar noch weiter als der Landwirt. "Vor allem in Waldgebieten wie zwischen Geldern und Issum gehören Hunde grundsätzlich an die Leine", meint die Straelenerin. In Naturschutzgebieten sei das sogar zwingend vorgeschrieben. Besondere Probleme gebe es beispielsweise auch rund um das Stadtgebiet Straelen. "Wer verantwortungsvoll mit seinem Hund umgeht, nimmt ihn an die Leine", erklärte die Nabu-Fachfrau gestern.

(RP)