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Geldern: Barrierefreies Wohnen statt alter Polizei

Geldern : Barrierefreies Wohnen statt alter Polizei

Ein Schandfleck verschwindet: Nach dem Abriss der alten Polizeiwache in Geldern sollen im Sommer 2016 insgesamt 55 Wohnungen entstehen - hauptsächlich für Senioren. Der Caritasverband als Betreiber wird auch Betreuung anbieten.

Nein, es entsteht kein neues, reines Seniorenheim auf dem Gelände der alten Polizeiwache in Geldern. Darauf legt Regina Schüren Wert. "Es entsteht vielmehr ein Wohngebäude mit dem Schwerpunkt Senioren. Allerdings könnten dort auch Familien mit Kindern einziehen", erklärt die Bereichsleiterin des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Denn die 55 neuen Wohnungen sind zwischen 50 und 112 Quadratmeter groß. Was auch für eine Familie reichen würde. Zumal Mutter, Vater, Kind sicherlich auch nichts gegen Barrierefreiheit haben. Denn die ist bei allen Wohnungen - inklusive Aufzügen - gegeben.

Trotzdem weiß Regina Schüren natürlich, dass hier ab Sommer 2016 vor allem Senioren einziehen werden. Zumal der Caritasverband Geldern-Kevelaer, der das Gebäude von einem noch nicht genannten Investor 15 Jahre mieten wird, die Betreuung und Pflege von Senioren schon lange anbietet. Deshalb wird es auch eine Tagespflege mit 50 Plätzen auf 270 Quadratmetern Fläche geben - für Menschen, die noch zuhause wohnen können, die aber Kontakt haben möchten oder deren pflegende Angehörige Unterstützung brauchen.

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Und auch ein Sozialarbeiter wird sich um die Anwohner kümmern - und wenn gewünscht, auch Angebote machen. "Deshalb wird auch ein Begegnungsraum eingerichtet, in dem gemeinsam gestrickt, gelesen, Schach gespielt oder einfach nur miteinander gesprochen werden kann. Hauptsache, die Menschen haben viele Kontakte und sitzen nicht alleine oder mit ihrem Partner nur in ihrer Wohnung herum", erläutert Regina Schüren weiter. "Quartiersmanagement" nennt sich dieses Angebot. Ein Angebot, dass beispielsweise im Kevelaerer Klostergarten schon funktioniert, wie Pressesprecher Tobias Kleinebrahm vom Caritasverband Geldern-Kevelaer ergänzt.

Natürlich ist es kein Zufall, dass auf der anderen Kreuzungsseite bereits das Adelheidhaus von dem Wohlfahrtsverband, wie er sich auf der eigenen Homepage nennt, betrieben wird. "Die Bewohner des neuen Gebäudes könnten dann dort unser ehrenamtlich betriebenes Café besuchen", weist Regina Schüren auf einen beabsichtigten Synergie-Effekt hin. Auch dadurch würden sich wieder viele Kontakte ergeben, so die Bereichsleiterin weiter. Dass nach dem regelrechten Run auf die Plätze im Adelheidhaus auch das neue Wohngebäude an der Polizei, deren Abriss im Frühjahr 2015 beginnt, ein Erfolg wird, dürfte damit schon fast klar sein - auch wenn die Politik den Planungen noch zustimmen muss. Denn der Bedarf sei nach wie vor groß.

Die meisten Wohnungen werden zwischen 60 und 70 Quadratmeter groß sein, sodaß man dort allein, aber auch mit Partner wohnen kann. Zumal hier jeder einziehen darf. Ein Wohnberechtigungsschein ist nicht notwendig.

(RP)