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Bahnhofstraße Geldern: Häuser und Geschäfte nach Gasaustritt evakuiert

Bahnhofstraße, Südwall und Markt in Geldern : Innenstadt nach Gasleck evakuiert

Auf der Bahnhofstraße in Geldern kam es am Donnerstag zu einem Gasaustritt. Grund war, dass ein Bauarbeiter die Leitung versehentlich mit einer Baggerschaufel beschädigte. Es dauerte drei Stunden bis zur Entwarnung.

Ein Gasleck hat am Donnerstag in Geldern für mehrere Stunden Teile der Innenstadt lahmgelegt. Von 12 bis 15 Uhr waren die Bahnhofstraße sowie Teile des West-und des Südwalls gesperrt. Der Vorfall ereignete sich in der Bahnhofstraße. Mehrere Feuerwehrkräfte sowie die Polizei und Rettungskräfte waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Laut Dieter Arrets, Einsatzleiter der Feuerwehr, wollte ein Bauarbeiter mit einem Bagger die Wurzel eines Baumes entfernen. Direkt unter der Wurzel befand sich die Gasleitung, der Bauarbeiter hielt diese wohl auch noch für eine Wurzel, zerrte mit der Baggerschaufel an ihr – und beschädigte sie somit. Um 11.55 Uhr ging ein Notruf bei der Feuerwehr ein. Diese evakuierte daraufhin die Häuser in einem Umkreis von 100 Metern.

„Das war ganz schön chaotisch“, sagt Stefan Sommer, Inhaber von Augenoptik Sommer auf der Bahnhofstraße. „Erst hieß es, wir sollen alle drinnen bleiben, dann sollten alle ganz schnell raus.“ Aber natürlich habe er Verständnis dafür, dass sich die Lage schnell ändern kann.

Zu den evakuierten Geschäften gehört auch „Kaufland“ sowie die angrenzende Garage. Als das Gebäude schon lange evakuiert ist, dringt etwa alle 30 Sekunden ein Alarmton auf die Straße, danach die Durchsage: „Liebe Mitarbeiter, liebe Kunden, aufgrund eines technischen Defekts, bitten wir Sie, das Gebäude zu verlassen“. Ein technischer Defekt war es jedoch nicht, der das Gasleck auslöste, sondern der Baggereinsatz eines Bauarbeiters. Das sorgte nicht nur dafür, dass die Anwohner ihre Häuser verlassen mussten, Pendler kamen auch nicht mehr zu ihren Autos in der Kaufland-Garage. „Wir wollten nur kurz in der Stadt einkaufen und warten jetzt seit eineinhalb Stunden“, sagt Manfred Rohde aus Issum, der vor auf einer Mauer vor dem Supermarkt sitzt.

Als die Feuerwehr eintraf, musste sie das Gasleck schließen und erst mal lüften, erklärt Einsatzleiter Dieter Arrets. Einmal durch das Öffnen der Fenster, und auch mit mithilfe eines speziellen Ventilators.

„Das betroffene Rohr ist ein Stahlrohr aus dem Jahr 1986“, erklärt Claus van Vorst, Mitglied der Geschäftsführung der Stadtwerke Geldern sowie Technischer Leiter der Stadtwerke. Das alte Rohr war auch der Grund dafür, dass sich die Arbeiten der Feuerwehr noch länger hinzogen als ursprünglich geplant. Da sich auf Stahl ein hoher Druck aufbaue, könnte es theoretisch sein „dass auch in den umliegenden Kellern Gas ausgetreten ist“, so van Vorst. Deswegen musste die Feuerwehr erst einmal in die Keller und dort den Gasgehalt messen, bevor sie die Straßen wieder freigeben konnte. Und das dauerte. Sie mussten die Bewohner oder Inhaber der Häuser ausfindig machen, sich von ihnen die Kellerschlüssel geben lassen und messen. Teilweise standen die Feuerwehrkräfte schon mit Brechstange vor der Tür, als dann doch noch die Besitzer angerannt kamen. Dann ging es schnell. Gasmaske auf, in den Keller, messen – und Entwarnung. Gegen 15 Uhr konnten die Bewohner wieder in ihre Häuser zurück, auch die Busse konnten fahren.

Doch der Einsatz dürfte teuer gewesen sein. Claus van Vorst von Stadtwerken: „Für so etwas haben wir eine Versicherung.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Häuser und Geschäfte nach Gasaustritt evakuiert

(sed)