Auwel-Holter kämpfen für Smiley-Anlage und Tempo 30

Bürgermonitor: Kämpfer für Tempo 30 in Auwel-Holt

Nachdem ein Autofahrer mit 108 Stundenkilometern am Schulweg vorbeigerauscht war, ergriffen Familienväter die Initiative. Die Stadt unterstützte die Anschaffung einer Smiley-Anlage. Sponsoren gaben Geld. Gefeilt wird an einer weiteren Lösung.

Morgens kurz vor acht in Auwel-Holt. Es ist jede Menge los. Kinder rennen zur Schule, die jüngeren werden zum Kindergarten gebracht. Allerdings müssen alle auf dem Weg zu Kita und Schule nicht eine beschauliche Dorfstraße überqueren, sondern eine Landesstraße. Am frühen Morgen sind dort auch jede Menge Lastwagen unterwegs und Autofahrer, die es mit dem Tempo-30-Schild nicht so genau nehmen.

Als bei einer Geschwindigkeitsmessung ein Autofahrer mit 108 Stundenkilometern erwischt wurde, reichte es den Familienvätern Alexander Großmann, Swen Feegers und Peter Sprünken. Die Lösung war dann eine Smiley-Anlage an der Maasstraße. Sie zeigt den Autofahrern an, ob sie sich an das vorgeschriebene Tempo halten.

Weil es sich um eine Landesstraße handelt, war der Kreis Kleve der richtige Ansprechpartner. „Mit dem Straelener Bürgermeister Hans-Josef Linßen und Jonas Angenendt von der Stadt Straelen hatten wir mehr Lobby“, sagt Großmann über den langen Weg bis zur Anlage, die Straßen NRW genehmigen musste. Die beiden Smiley-Anlagen, die jeweils am Anfang der 30er-Zone stehen, haben mehr als 6000 Euro gekostet. Möglich wurde die Anschaffung nur dank Sponsoren. Von der Jubiläumsstiftung Sparkasse Straelen, dem Verein L(i)ebenswertes Straelen, der Interessengemeinschaft Grow Holt und den St.-Sebastianus-Schützen gab es Unterstützung.

Die Unterstützer machten sich vor Ort ein Bild von der Anlage. „Da kommt einer schneller“, sagt Großmann mit Kennerblick. „37“, zeigt die Anlage an. Der Smiliey blinkt rot. Grün ist er nur, wenn der Autofahrer sich an die Geschwindigkeit hält. Wenige Minuten später rauscht ein Auto mit 55 Stundenkilometern durch. Familienvater Swen Feegers zieht Bilanz. „Als wir die Anlage aufgestellt haben, gab es bei manchem Autofahrer das Schockerlebnis, wenn sie zu schnell fuhren.“

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Aber es gab keine Konsequenzen, niemand, der bei zu schnellem Fahren den Autofahrer zur Kasse bat. Mittlerweile stelle man einen Gewöhnungseffekt fest. „Es sind schon noch genug, die mit 70 Stundenkilometern hier durch fahren“, sagt Sprünken. „Das ist nur eine Empfehlung, der kann man folgen oder nicht“, fasst Großmann den Nutzen der Anlage zusammen. Deswegen plädiert er gemeinsam mit den anderen Vätern für weitere Schritte. Das ist zum einen das Aufmalen einer großen 30 auf die Fahrbahn und bauliche Maßnahmen, eine Fahrbahnverengung. „Die kann man nicht ignorieren.“

Mit der Anlage werden anonym das Tempo, die Anzahl und Art der Fahrzeuge gemessen und gespeichert. „Die Daten müssen uns recht geben“, sagt Feegers. Die Auswertung könnte deutlich machen, dass eine bauliche Maßnahme nötig ist. Feegers legt den Fokus darauf, warum weiter für das Einhalten von Tempo 30 auf der Maasstraße gekämpft wird: „Es geht um die Sicherheit unserer Kinder.“

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