Autorengespräch in Geldern mit Faisal Hamdo

VHS-Veranstaltung : Autor aus Syrien über seine Heimat und Deutschland

Die Volkshochschule Gelderland hat in Kooperation mit der Körber-Stiftung (Hamburg) und der Gelderner Buchhandlung Keuck den syrischen Autor Faisal Hamdo für ein Autorengespräch gewinnen können. Es findet am Montag, 29. Oktober, von 19.30 bis 21 Uhr im Vortragsraum der VHS, Kapuzinerstraße 34, in Geldern statt.

Thema ist sein Buch „Fern von Aleppo – Wie ich als Syrer in Deutschland lebe“.

Was wissen wir eigentlich über die rund 600.000 Syrer, die seit Beginn des Bürgerkriegs nach Deutschland geflüchtet sind? Wer sind diese oft jungen Männer, die nun alleine hier leben? Und was denken sie über uns? Stellvertretend für viele seiner Landsleute hat Faisal Hamdo seine Eindrücke von Deutschland als Buch veröffentlicht. Er erzählt von dem, was ihm gefällt und ihn fasziniert, aber auch von Irritationen und Missverständnissen. Indem er sein Leben hier mit dem in Syrien vergleicht, beantwortet er zugleich viele Fragen der nicht minder erstaunten Deutschen: Kann ein arabischer Muslim weltoffen und tolerant sein? Wie ist denn nun das Frauenbild der arabischen Männer? Und kann er selbst sich überhaupt vorstellen, nach Syrien zurückzukehren? Aber Faisal Hamdo stellt zugleich auch Fragen an unser Selbstbild als Deutsche: Hat die religiöse Toleranz auch etwas mit Gleichgültigkeit zu tun? Welchen Preis zahlen wir für unseren Wohlstand? Und können wir Freiheit und Sicherheit überhaupt noch schätzen? Durch Faisal Hamdos Augen sehen wir unseren Alltag neu.

Faisal Hamdo berichtet über sein Leben in Deutschland. Foto: Claudia Hoehne

Hamdo ist 1989 in Aleppo geboren. Er arbeitete nach dem Studium der Physiotherapie mit behinderten Kindern sowie zwei Jahre ehrenamtlich in provisorischen Krankenhäusern seiner Heimatstadt. Während des Arabischen Frühlings nahm er wie viele syrische Studenten an etlichen Demonstrationen gegen das Regime teil. 2014 flüchtete er aufgrund akuter Gefährdung über die Türkei nach Deutschland. Nach Sprachkursen und Berufsanpassungsqualifikationen arbeitete Hamdo zunächst in der Altenpflege und einer Physiotherapiepraxis. 2016 wechselte er an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und arbeitet seitdem auf der neurochirurgischen Intensivstation.

Die Veranstaltungsgebühr von acht Euro wird am Vortragsabend erhoben. Kartenreservierung wird erbeten unter Telefon 02831 93750.

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