Ausstellung mit Blechspielzeug im His-Törchen in Issum

Ausstellung in Issum : Als das Spielzeug noch aus Blech war

Im His-Törchen in Issum ist derzeit eine ganz besondere Ausstellung zu sehen. Frank Ebben hat einen Teil seiner Sammlung zur Verfügung gestellt und zeigt, womit die Kinder früher gespielt haben.

Das His-Törchen in Issum ist ja bekannt dafür, dass es dort immer wechselnde und Interessante Ausstellungen zu sehen gibt. Dieses Wochenende hat nun eine neue Ausstellung eröffnet: alles rund um das Thema. „Das Spiel mit Blech“.

Dazu hat Frank Ebben einen Teil seiner privaten Sammlung zur Verfügung gestellt. Zur Eröffnung am Samstag zeigte Frank Ebben auch, dass er über ein breites Wissen rund und das Thema Blechspielzeug verfügt. Er erklärte dem Publikum, dass die Blechspielzeuge auch immer ein Spiegel der damaligen Zeit seien. Zu Kriegszeiten konnte man eben Panzer als Blechspielzeuge kaufen. Die Firma Tippco hat damals sogar das Auto des Führers als Spielzeugmodell verkauft. In den Nachkriegsjahren waren dann eher Bagger und Baustellenfahrzeuge auf dem Markt zu kaufen. Später kamen dann Tankstellen und viele Automodelle dazu. So konnten die zahlreichen Besucher eine beeindruckende Auswahl an Spielfiguren, Autos und kleinen Rennbahnen aus Blech bestaunen. Der Zustand der Ausstellungsstücke sind bei allen unbespielt und mit Original-Karton. Eine Tatsache,  die unter Sammlern ein absolutes Muss ist. Zu seinen eigenen Lieblingsstücken zählt zum Beispiel eine weiße Pagode (Mercedes W113) und ein originales Firmenschild des Blechspielzeug-Herstellers Köhler. Das ungewöhnlichste Stück ist ein kleiner Blech-Hund namens Trixi von der Firma Kellermann aus dem Jahre 1927.

Der Hund wurde damals tausendfach hergestellt und als so genannte Penny-Ware (Pfennig-Artikel) auf den Straßen verkauft. Dieser Hund ist  mit Original-Karton und in diesem sehr guten Zustand heute aber nur noch sehr selten zu bekommen. Überhaupt ist die Geschichte hinter den Spielzeugen oft spannend wie ein Krimi.

Früher gab es eine große Firma, die fast alles an Blechspielzeugen (und auch viele andere Artikel) hergestellt hat. Die Firma Bing aus Nürnberg. Bis 1932 wurden dort unter anderen Blechspielzeuge hergestellt. Einige Angestellte haben sich dann nach Zerschlagung der Firma Bing selbstständig gemacht und neue Firmen gegründet. In Nürnberg waren daher damals viele Firmen ansässig, die Blechspielzeug hergestellt haben. Manch ein Besucher stand vor den Vitrinen und konnte sich in seine eigene Kindheit zurück versetzten. Für manchen eine Zeit, in der es noch den guten alten Quelle-Katalog gab, in dem man in den 70er Jahren auch noch Blechspielzeug bestellen konnte. Für andere eine Zeit, in der man die Blechspielzeuge bei den Uhrmachern als Begleitwaren kaufen konnte. Heute kann man leider nur noch Blechspielzeuge als Repliken aus China kaufen. Die sind zwar neu, aber zum Teil auch gefährlich. Da diese maschinell hergestellt werden und nicht wie früher in den deutschen Werken in Handarbeit. Da sind dann die Abschnittkanten des Bleches so scharf, dass man sich daran auch verletzten könnte. Darum ist ein Besuch im His-Törchen unbedingt zu empfehlen.

Die Zeitreise ist nicht nur für Liebhaber von Blechspielzeugen einen Besuch wert, sondern auch für Familien mit Kindern. Diese können sich heute ja kaum noch vorstellen, dass es auch mal ein Leben vor den Konsolespielen gab.