Ausstellung in leerem Ladenlokal in der Innenstadt von Geldern.

Ausstellung : Drei Grazien zeigen in Geldern ihre neue Kunst

Der Plan der drei Grazien ist dank gut aufgestelltem Netzwerk aufgegangen. Zwei Wochen lang haben Bildhauerin Monika Bänsch, Keramikerin Ursula Dambrowski und Malerin Nanni Wagner das leerstehende Ladenlokal gegenüber der Heilig-Geist-Kirche zu ihrer künstlerischen Wirkungsstätte gemacht.

Live und in Farbe.

„Ein idealer Ort“, findet Ursula Dambrowski. Vorsichtig beförderte sie nach getaner Arbeit ihre Ton­arbeiten nach Hause, um sie im Ofen zu brennen. Sie arbeitet mit Schwemmholz oder aber mit Knochenmaterial, das ihr Vierbeiner Carlson zuvor in Form brachte. „Das Licht ist so wunderbar“, schwärmt sie über das großräumige Ladenlokal mit Rundum-Verglasung direkt an der Fußgängerzone.

„Wir haben alle unsere Ateliers“, ergänzt Monika Bänsch, die aus Tuffstein ihre Arbeiten modelliert. „Ich hatte meine Bilder auf dem Boden liegen und malte so, damit die Farben nicht ineinander laufen“, sagt Nanni Wagner, die damit schon für Aufmerksamkeit sorgte. Die großformatigen Arbeiten schmücken den Ladenraum bis zum 28. April. Dann beenden die drei Grazien ihr Projekt.

Die gemeinsame Idee, den Gelderner Leerstand mit Leben zu füllen, kam auch bei den Passanten im Vorfeld gut an. Immer, wenn die drei Grazien künstlerisch arbeiteten, blieben Menschen stehen, um ihnen zuzuschauen. Das primäre Ziel, Neugier zu wecken, ist somit erreicht. Manch anschließendes Gespräch drehte sich neben der künstlerischen Gestaltung auch um die generelle Nutzung leerstehender Ladenlokale. Ihre Zahl nimmt in Geldern zu. Unlängst schloss das Stoffgeschäft.

Am Tag der Ausstellungseröffnung drängten sich die Besucher, um nun die fertigen Objekte und Arbeiten in Augenschein zu nehmen, an deren Entstehung sie sozusagen beteiligt waren. Die drei Kunstschaffenden sind bereits seit Jahren ein eingespieltes Team, das Kunst zu inszenieren weiß. Diesmal unter dem Motto „Die drei Grazien ziehen in die Stadt.“ In nächster Zeit präsentieren sie in Einzelausstellungen ihre Arbeiten oder sind auf Veranstaltungen wie dem Moyländer Kräutergartenfest mit ihrem Kunsthandwerk vertreten. Bei den Gesprächen mit Besuchern stellte sich schnell heraus, die Idee einer gläsernen Werkstatt sollte in die Verlängerung gehen. Beispielsweise als so genannte Produzentengalerie, die Kunstschaffenden aus dem Gelderner Raum für einen begrenzten Zeitraum Öffentlichkeit gibt. Einerseits sorgt eine solche Galerie für einen Hingucker, andererseits gelingt der Dialog zwischen Kunstinteressierten und Kunstschaffenden. Überzeugend ist das weitere Argument, dass – in Absprache mit dem Eigentümer – eine Immobilie, in diesem Fall das leere Ladenlokal, für interessierte Gewerbetreibende in den Fokus gerückt wird.

Die Arbeiten der drei „Grazien“sind in Geldern, Markt 18a, bis zum 28. April, werktags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 12 bis 18 Uhr, zu sehen.