Auftritt der Band "Kriminelle Elemente" im Bürgersaal.

Konzert : „Kriminelle Elemente“ spielten in Issum

Zum 50-jährigen Bestehen der Kreismusikschule gab es ein besonderes Rock-Konzert im Bürgersaal. Das Publikum erwies sich bei den Songs von „Elements of Crime“ als textsicher und sangesfreudig.

Eine Geburtstagsfeier mit kriminellen Elementen kann ganz schön gefährlich werden. In Issum allerdings wurde der 50. Geburtstag der Kreismusikschulen, kurz KMS, mit einem Konzert gefeiert. Das war nicht gefährlich, obwohl der Name der auftretenden Band das hätte vermuten lassen, sondern das war sehr hörenswert.

Issums Bürgermeister Clemens Brüx machte in seiner Begrüßungsansprache im Issumer Bürgersaal noch mal deutlich, wie wichtig die Musikschule nicht nur für den einzelnen Erfolg ist, sondern auch für das ganze gemeinschaftliche Leben.

Er war selbst als Jugendlicher Schüler der Kreismusikschule und hatte dort Klavierunterricht. Für ihn bedeutet Musizieren auch ein Stück weit Lebensqualität: „Man knüpft dadurch soziale Kontakte, es fördert die Kreativität und die Integration. Denn Musik ist eine Sprache, die jeder versteht.“

Die Band „Kriminelle Elemente“ tritt als „Element of Crime“-Tribute-Band auf und versteht als diese auch, mit und in dieser Sprache zu kommunizieren. Die sechs Musiker haben den Bürgersaal so richtig gerockt. Dabei war der Eröffnungs-Song „Delmenhorst“ sofort der erste Eisbrecher.

In Issum sind die „Kriminellen Elemente“ übrigens richtige Stars. Die Formation besteht aus ehemaligen Schülern beziehungsweise Lehrern der Kreismusikschule. Ihnen liegt die anspruchsvolle Musik aus der Feder von Sven Regener.

Mit Geige, Trompete, Klavier, Akkordeon, Schlagzeug und Percussion, Gitarre und Bass ist die Bandbreite der Instrumente enorm. Christian Klaessen ist gesanglich sehr nah an Sven Regener dran, spielt dazu Gitarre und Akkordeon. Jörg Sichler singt und spielt dazu ebenfalls Gitarre. Anne Giepner spielt die Geige, Valerie Pöllen das E-Piano, Andreas Kruse ist an der Trompete und den Percussions, Marcel Grothues am Bass sowie Jan Gerighaus am Schlagzeug. Die kleine Bühne war somit gut ausgefüllt.

Was aber noch viel eindringlicher war, war das Zusammenspiel der Musiker untereinander.

Jeder Einsatz saß, und die Spielfreude strahlte heller als die Scheinwerfer über der Bühne. Die Zuhörer dankten es ihnen. Sie waren begeistert.

Die Songs von „Element of Crime“ bieten zudem eine Bandbreite aus Romantik, Wortverspieltheit, ironisch bis zynisch anmutenden Liebeserklärungen und Herzschmerz. Die Zuhörer erlebten eine musikalische Vielfalt, mal driftete die Musik ins Spanische (durch die Trompetenklänge und Gitarre), und dann wiederum ist es schon eher Ska.

Bei dem Lied „Zum ersten Mal mit Dir allein“ erwies sich das Publikum als textsicher und sangesfreudig. Die Stimmung war nach der Pause noch intensiver. Die Gäste standen näher an der Bühne und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Es wurde getanzt, gesungen und gelacht. Die melancholischen Lieder waren dabei genauso Publikumslieblinge wie die ironisch-bissigen. Bei „Finger weg von meiner Paranoia“ stand der ganze Saal wieder wie eine Eins zusammen und sang voller Inbrunst mit.

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