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Aufführung von Mozarts "Requiem" in Straelen.

Klassik in Straelen : „Requiem“ – die Wucht und das Flehen

Das letzte Werk von Wolfgang Amadeus Mozart erlebte in St. Peter und Paul Straelen eine glänzende Aufführung. Vorgeschaltet war das ergreifende „Adagio for Strings“ von Samuel Barber. Publikum dankt mit viel Applaus.

Viele Mythen ranken sich um die Entstehung des „Requiems d-Moll“ von Wolfgang Amadeus Mozart, das vom Chor-Pojekt an St. Peter und Paul, Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker sowie ausgewählten Solisten unter der musikalischen Leitung von Otto Maria Krämer in der Pfarrkirche aufgeführt wurde. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition. Xaver Süßmayr, ein Schüler Mozarts, hat das unvollendet gebliebene Werk beendet.

Zunächst jedoch gab es als Einstimmung das ergreifende „Adagio for Strings“ von Samuel Barber, eines neuzeitlichen amerikanischen Komponisten, dessen hoch emotionales Werk sich souverän an der Grenze zur Tränenseligkeit bewegt und zuweilen mutig darüber hinwegschreitet. Orchestermusik, die das Gefühl der Trauer unmittelbar in Klang verwandelte, mit der Wucht, die starken Gemütsbewegungen eigen ist, und gleichzeitig in aller Würde: Ein brillanter Einstieg der Philharmoniker, die auch im Piano pianissimo überzeugten.

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Das imposante Requiem, in dem es Mozart gelang, den harmonischen Brückenschlag aus dem Fugenzeitalter in die romantische Musik- und Geistesepoche zu vollführen, eröffnete Otto M. Krämer in düsterem d-Moll. Tiefe Klänge führten den Hörer in den Ernst der Vergänglichkeit und ließen ihn den Schauer des Todes spüren. Das Klangkolorit entfaltete sich bereits mit den ersten Takten eines dunklen Trauergesangs. Tiefe Bassetthörner und Fagotte schafften die Grundstimmung des Trauergemäldes. Trompeten, Posaunen und Pauken warfen den musikalischen Schatten zum Jüngsten Tag voraus.

Krämer gelang es, die einzelnen Sätze des Requiems feinfühlig und wohl durchdacht aufeinander abzustimmen, so dass das Werk in keinem Moment aufgesetzt oder übertrieben wirkte. In der Fuge des Kyrie erhielten auch die scheinbar unwichtigen Orchesterstimmen die nötige Aufmerksamkeit. Im „Dies irae“ erlebten die Zuhörer die Wucht des Orchesters, während der Chor im „Lacrimosa“ sanft und innig um Gottes Erbarmen betete. „Sanctus“ und „Benedictus“ priesen Gott in all seiner Herrlichkeit, bevor das „Ewige Licht“ (Lux aeterna) die Milde Gottes auf die Verstorbenen hinabließ.

Der rund 50-köpfige Chor zeigte sich klangschön und war in seinen einzelnen Stimmgruppen sehr ausgewogen. Die Ausdruckskraft der Männerstimmen und des klaren Soprans überraschte im rasanten Sprint des finalen „cum sanctis tuis“. Theresa Nelles (Sopran), Christine Wehler (Alt), Lothar Blum (Tenor) und Thomas Bonni (Bass) sangen souverän in der Stimmung der ewigen Ruhe. Den Lobgesang, das Flehen und die Bitte um Erbarmen im „Kyrie eleison“ war bei ihnen als große Doppelfuge angelegt und Antwort auf die pochend stockende Ausgangsstimmung.

Eine perfekte Aufführung, die mit lang anhaltendem Applaus belohnt wurde.