Aufführung von Händels "Messias" in Geldern.

Klassik-Konzert : Gelderner lauschen Händels Klängen

Die Aufführung des Oratoriums „Der Messias“ zog viele Besucher in die Heilig-Geist-Kirche. Das Barock-Meisterwerk ergriff das Publikum. Am Ende des Konzerts gab es großen Applaus für alle Mitwirkenden.

Eines der wohl bekanntesten Werke des deutsch-britischen Komponisten Georg Friedrich Händel entstand Mitte des 18. Jahrhunderts und wurde am 13. April 1742 erstmals in der irischen Hauptstadt Dublin aufgeführt. Die Rede ist vom Oratorium „Der Messias“, das zur Ära des Spätbarock zählt. Es gehört seitdem zu den populärsten Werken im christlichen Abendland.

Die Kantorei und das Kammerorchester der evangelischen Kirchengemeinde Geldern hatten das mehr als zweieinhalb Stunden lange Stück monatelang unter der Leitung von Kantorin Jeehyun Park einstudiert. Und die intensive Vorbereitung machte sich bezahlt. Die Wucht sowie die Innigkeit der Komposition verfehlten ihre Wirkung auf die vielen Zuhörer in der Heilig-Geist-Kirche nicht.

Händels berühmtes Oratorium umfasst drei Teile. Die Ankündigung des Messias und Geburt Jesu, die Passion und Auferstehung sowie die Erlösung der Welt und Überwindung des Todes bilden das magische Dreieck der Erzählung. Inhaltlich greift das Werk damit neu- und alttestamentarische Bibelstellen auf. Am Sonntag startete die Aufführung um 17 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche Geldern. Viele Besucher insbesondere aus Geldern und Kerken fanden sich in dem evangelischen Gotteshaus ein. Den Auftakt machten die Streicher zusammen mit dem Fagott in Form einer Französischen Ouvertüre. Im Anschluss wechselten sich die Chorbeiträge und Arien der vier Solisten mit großer Harmonie ab. Auch ein Duett zwischen Alt und Tenor fand Platz im dritten und letzten Teil der Aufführung.

Die vier Solisten verkörpern unterschiedliche Stimmlagen, die Händel in seinem Meisterwerk vorsieht – Sopran, Alt, Tenor und Bass. Die höchste, weibliche Stimmlage, den Sopran, übernahm die Dozentin am Institut für Stimmwissenschaft, Semi Kim. Sie trat bereits in zahlreichen Oratorien und Opern auf und überzeugte auch am Sonntag das Gelderner Publikum von ihren Qualitäten als Sopranistin. Der studierte koreanische Musiker Bohyeon Mun übernahm den Tenor, die hohe männliche Stimme. Mun hat bereits in zahlreichen Konzerten mit klassischer Musik mitgewirkt und ist Mitglied im Opernchor der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf.

Die Alt-Partie wurde von der Diplom-Opern- und Konzertsängerin Franziska Orendi übernommen. Die Altistin ist ebenfalls seit 2004 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein und ist sowohl im In- als auch im Ausland Konzerttätigkeiten nachgegangen. Vierter im Solisten-Quartett war Dong-In Choi. Er sang mit seinem Bass die tiefsten männlichen Arien. Auch Choi ist ein professioneller Solist, der sein Gesangsstudium im Jahr 2001 in Südkorea absolvierte und gegenwärtig als Erster Bass im Opernchor der Deutschen Oper am Rhein aktiv ist.

Während der Darbietung lauschte das Publikum andächtig und ergriffen. Die vielen Liebhaber der klassischen Musik ließen die Eindrücke der Chorgesänge und Arien bis zum Ende auf sich wirken. Den großen Applaus für die Sänger und Musiker des Kammerorchesters gab es nach dem Finale .

Der extra für dieses Konzert gebildete Projektchor, zu dem neben Mitgliedern der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde auch Sänger von außerhalb gehörten, begeisterte mit seinem Facettenreichtum. Die unterschiedlichen Stimmgruppen mit fünf oder mehr Chorsängern harmonierten im Einklang miteinander.

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