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Issum: Aufbruch in ein fernes Land der Fantasie

Issum : Aufbruch in ein fernes Land der Fantasie

Der Sevelener Georg Hollas stellt am Sonntag sein erstes Buch vor. In "Ployyderia" haben die Menschen Flügel. Die Fantasywelt des Romans hat der Autor in Miniatur in seiner Werkstatt nachgebildet.

Aufgeregt sei er schon, gibt Georg Hollas zu. Am Sonntag stellt der Sevelener Maler- und Glasermeister seinen ersten Roman in der Issumer Bücherei vor. "Ployyderia — Eine andere Welt" heißt das 550 Seiten starke Werk. Im Fantasyroman haben die Menschen Flügel und leben von der Außenwelt abgeschottet in Kratern auf schwebenden Steinkugeln.

Wie das Leben in dieser Welt aussieht, da hat der 45-jährige Autor ganz klare Vorstellungen. In seiner Werkstatt hat er bereits an zwei Miniaturwelten gearbeitet, die die Landschaften seines Buches abbilden. Auch seine Helden haben klare Konturen. Hollas zieht eine blaue Mappe hervor und zeigt die Bleistiftskizzen, die er bisher gemacht hat. Auch das Buch selbst zeigt, dass Ployyderia mehr ist als ein kurzfristiger Zeitvertreib. Auf den ersten Seiten des Buches hat der Autor die einzelnen Orte des Romans skizziert. Im Anhang befindet sich eine Beschreibung der Personen, Orte, Begriffe, Tiere und Pflanzen. Auch die sind seiner Fantasie entsprungen.

Oft habe er sich über schlechte Fantasyromane oder -filme geärgert, sagt der Sevelener. Freunde hätten ihn dann dazu ermuntert, doch einmal seine Ideen aufzuschreiben. Bei Urlauben bei seinen Freunden (Countrysängerin Tina Rainford und Maler Ralph Hedley) auf Mallorca habe er dann die Zeit genutzt. "Ich konnte es morgens kaum erwarten, mich an den Laptop zu setzen und die Geschichte zu schreiben, anstatt in der Sonne zu liegen und einen Sonnenbrand zu kriegen", sagt Hollas über seine Schaffensphase.

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Sechs Jahre hat er an seinem Roman gearbeitet. Denn Zeit hat er immer nur in seinen zwei mal zwei Wochen Urlaub im Jahr gefunden. "Abends noch einen Espresso trinken und nachts durchzuschreiben, das hat richtig Spaß gemacht", sagt der Malermeister. Geschichten über seine Romanhelden fallen ihm beim Arbeiten, aber auch mitten in der Nacht ein. Es sei zur Gewohnheit geworden, dass er immer einen Block in der Nähe hat. "Nachts notiere ich mir zwei, drei Stichworte und habe die Geschichte am nächsten Tag dann wieder präsent." So müsse er nicht befürchten, dass eine gute Idee verloren gehe.

Herausgekommen ist ein Roman, der nicht nur für Fantasy-Fans interessant sei, wirbt Hollas. "Das ist eine ganz normale Geschichte — bis auf die Tatsache, dass die Leute Flügel haben." Das habe ihm bisher in Fantasyromanen gefehlt. Zu wenig genutzt findet er auch den Buchstaben "y". Kein Wunder also, dass der im Buchtitel, der den Wohnort der Ployyderianer benennt, gleich mehrfach auftaucht. Auch ein klitzekleines bisschen Philosophie sei drin in seinem Roman. Und natürlich eine Liebesgeschichte, aber auch eine Entführung und der Kampf Gut gegen Böse. Gewidmet hat er das Buch seinen verstorbenen Eltern, Margret und Paul Hollas. "Das Schreiben war auch eine Flucht, als Mutter schwer erkrankt war", sagt der Sevelener. Aber eben nicht nur Flucht. Hauptmotivation sei, dem Leser Entspannung zu bringen und ihn eine Zeit lang am Leben der Ployyderianer teilhaben zu lassen.

Mit der 550. Seite ist noch lange nicht Schluss. Sein Freundeskreis hätte ihn freundlich genötigt, eine Trilogie zu schreiben. "Die ersten 90 Buchseiten für den zweiten Teil gibt es schon", verrät Hollas. Dabei hat er noch viele andere Ideen für weitere Romane. Aber das muss warten. Erst geht der Kampf um Ployyderia und gegen den Bösen Akorus weiter.

(bimo)