Geldern: Auch 2010 kein Offside-Festival

Geldern: Auch 2010 kein Offside-Festival

Auf die dritte Auflage der Jazz-Veranstaltung müssen die Musikfreunde weiter warten. Zwischenzeitlich war ein Reggae-Festival am Holländer See geplant. Aber das hat sich wieder zerschlagen.

Zwei Jahre lang, 2007 und 2008, fand Geldern überregionales Interesse in der Jazz-Szene. "Wir hatten zwei Super-Festivals", sagt Bürgermeister Ulrich Janssen beim Blick zurück auf die Offside-Konzerte am Holländer See. Zur dritten Auflage kam es im vergangenen Jahr nicht, da unter anderem zu viele Sponsoren absprangen und Terminschwierigkeiten bestanden. Ob es in diesem Jahr ein drittes Offside-Festival oder eine ähnliche Veranstaltung gibt, ist eher unwahrscheinlich.

Drei Interessenten

Im vergangenen Herbst waren laut Janssen drei Interessenten im Rathaus, die ein Reggae-Festival organisieren wollten. Die Hauptbühne sollte im Gelderland-Stadion stehen. Als Termin war der 25. bis 27. Juni ins Auge gefasst worden. Doch das Projekt ist "gestorben", wie Rainer Hanssen vom Werbering erklärt. "Es kam eine Absage wegen Arbeitsüberlastung."

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Von einem Reggae-Festival weiß Hermann-Josef Eicker nichts. "Das war weder Thema im Kulturausschuss noch bei den Haushaltsberatungen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Von der Stadt ist er enttäuscht, was den Einsatz für Offside Nummer drei angeht. "Da gibt's bestenfalls Heißluftballons." Finanziell sei bei der Stadt nichts drin, der Runde Tisch Kultur sei gestorben. Mit einem Vertreter der niederrheinischen Jazz-Szene hat Eicker vor drei Monaten Kontakt aufgenommen. "Die würde ich ausbauen wollen, wenn positive Signale kämen", verspricht Eicker.

Die Stadt möchte eine Neuauflage von Offside oder ein anderes Festival wohlwollend begleiten. Interesse bei Musikern besteht auch. Janssen erinnert sich an Nachfragen von Ensembles unmittelbar nach dem 2. Offside-Festival 2008, zum Beispiel vom Jugend-Jazzorchester oder von "Hildegard lernt fliegen" aus der Schweiz. An einem lässt der Bürgermeister allerdings keinen Zweifel: "Wir dürfen auf keinen Fall draufzahlen." Auch die Unsicherheit, wann der Kreis mit dem Umbau der K 40 am Holländer See beginnen würde, habe die Stadt mit "gebremstem Schaum" an das Thema Festival 2010 herangehen lassen.

Eicker will die Hoffnung nicht sinken lassen. Er setzt auf bürgerschaftliches Engagement und auf Sponsoren, ohne bestimmte Kandidaten im Blick zu haben. Doch bei den Geldgebern hat die Stadt schon 2009 eine Umorientierung festgestellt. Von "Nachjustierung" spricht Bürgermeister Janssen: "Nicht so viel klein, dafür in wenige Große." Nicht unter Druck setzen, lautet die Devise im Rathaus. Das Offside-Festival sei, so Janssen, nicht so eine Pflichtveranstaltung wie zum Beispiel die Straßenparty.

(RP)