Walbeck: Applaus für ein faszinierendes Konzert

Walbeck : Applaus für ein faszinierendes Konzert

Mitwirkende waren der Chor an St. Nikolaus sowie Solisten und Mitglieder der Bayer-Sinfoniker unter der Leitung von Stefan Janßen. Als Solist an der Mühleisen-Orgel der Walbecker Pfarrkirche spielte Willi Kronenberg.

Es ist ein Klassiker unter den sakralen Werken: das Requiem von Gabriel Fauré. Musikalisch gestaltet wurde es vom Chor an St. Nikolaus zusammen mit Solisten und Mitgliedern der Bayer-Sinfoniker unter der Leitung von Stefan Janßen in der bis auf den letzten Platz besetzten gotischen Pfarrkirche. Pfarrer Arndt Thielen freute sich als Präses des Kirchenchores über den guten Besuch und bedankte sich ausdrücklich bei den Sängern für ihr ehrenamtliches Engagement.

Fauré vertonte nicht den kompletten lateinischen Text der Messe, sondern verzichtete bewusst auf die dramatisierenden Passagen, die dazu dienen, die Gottesfurcht heraufzubeschwören. Es ist eine Fürbitte für die Seelen der Verstorbenen, die es schlichtweg ablehnt, mit den Mitteln der Furcht zu agieren.

Das „Introit et Kyrie“ sowie das „Offertoire“ zeigten zwar musikalisch einen durchaus erhabenen und sakralen Charakter, wurden jedoch durch den sphärisch verhaltenen Chorgesang der über 60 Sänger sowie schwebende und offenbleibende Harmonien gekennzeichnet, die sich die Freiheit zu unerwarteten Wendungen nahmen.

Es herrschte eine Art Schwerelosigkeit vor, die bei aller Gewichtigkeit des Textes musikalisch eine seltsam entgegengesetzte Grundstimmung erzeugte. Das verlieh dem Ganzen eine friedvolle Atmosphäre. Das „Sanctus“ wirkte durchaus graziös. Über einer sanft schwingenden Klangwolke, die von der Harfe (Uta Deilmann) und kapriziös tänzelnden Violinen geschaffen wurde, schwebte ein lieblich klingender einstimmiger Chorgesang und sorgte für  eine  einzigartige  Atmosphäre der Ruhe und Verklärung.

Statt Gottesgericht, jüngster Tag und Zorn Gottes komponierte Fauré Idylle und Anmut in Reinform. Das Werk lebt ohne Verzierung, schmucklos, einfach und unmittelbar von seiner Ausdruckskraft. Instrumental sparsam begleitet, bewegten sich Chor und Solisten (Lena Schultz, Sopran und Aaron Hillinger, Bariton) auf hohem musikalischem Niveau.

Als Solist an der Mühleisen-Orgel, begleitet von den Sinfonikern, stellte danach Willi Kronenberg den zweiten Satz der „Orgelsymphonie Nr. 1“ des französischen Komponisten Alexandre Guilmant vor. Mit dem „Cantique de Jean Racine“ beweist Fauré, als geistiger Vater der Impressionisten, die Klarheit des Chorsatzes, die Einfachheit der Imitationen und den klaren Ausdruck seiner poetisch-gedämpften Werke. In der „Aria in Classic Style“ von Marcel Granjany beeindruckte Uta Deilmann mit ihrer Spielfertigkeit auf der Harfe.

Mit dem mächtigen „Kyrie“ aus der Messe „Solennelle“ von Louis Vierne beendete Dirigent Stefan Janßen mit Chor, Orchester und Orgel ein faszinierendes Konzert, das mit begeistertem Applaus vom Publikum bedacht wurde.