Ansiedlung in Geldern: Onlinehändler "Styleboom" startet im Sommer

Ansiedlung von „Styleboom“ : Onlinehändler startet im Sommer in Geldern

Das neue Lager von „Styleboom“ in Veert nimmt Form an. Die Firma siedelt in wenigen Monaten von Kevelaer über.

Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da lag die Fläche im Gewerbegebiet Veert-Süd noch brach. Lastwagen karrten Kies auf das Gelände, ansonsten war von einem neuen Logistikzentrum noch nichts zu sehen. Das hat sich geändert. Nun steht die Halle des Onlinehändlers „Styleboom Textilhandel“ zum großen Teil.

Die Büros lassen sich schon erkennen, Arbeiter montieren Fenster. Ab Mai sollen in dem Lager die ersten Regale stehen, im dritten Quartal geht es dann richtig los. Dann versendet der Onlineshop von Geldern aus Kleidung, Schuhe, Handtaschen und Accessoires in alle Ecken von Deutschland und andere europäische Länder. 3500 Pakete verpacken die Mitarbeiter täglich in dem Logistikzentrum und bringen sie auf den Weg zu den Kunden.

Bislang hat das Kevelaerer Unternehmen, das unter der Internetadresse www.77onlineshop.de firmiert, vier Läger über einen Umkreis von 20 Kilometern verteilt. Etwa eine Million Kleidungsstücke lagern an den Standorten. Die, und die 150 Mitarbeiter, sollen alle nach Geldern übersiedeln, sagt Thomasz Stefanowski von „Styleboom“. „Das ist effizienter, wir verbessern unsere Arbeitsabläufe“, sagt er. Der Platz in den Lägern in Kevelaer werde langsam knapp, darum hat sich Geschäftsführer Carsten Stück für den Neubau in Veert entschlossen. Auch Kempen und Rheinberg seien als Standorte im Gespräch gewesen, sagt er. Schlussendlich habe man sich aber für Veert entschieden, so könne man die Angestellten weiterhin in der Nähe von Kevelaer beschäftigen.

Die Firma „Styleboom“ produziert hauptsächlich in Europa, in Spanien, Frankreich und der Türkei, sagt Geschäftsführer Carsten Stück. Die Idee: Die Kunden können nicht nur einzelne Kleidungsstücke, sondern ganze Outfits kaufen. Diese schlägt der Onlineshop automatisch vor und mit wenigen Clicks können so gleich mehrere, aufeinander abgestimmte Kleidungsstücke im Warenkorb landen. Verkauft wird Kleidung der Eigenmarken „Seventyseven“ und „Styleboom“, aber auch von Bekleidungsgrößen wie „Only“ oder „Jack & Jones“. Design, Einkauf, Nachbestellungen – der gesamte Prozess soll zukünftig dann in Geldern stattfinden.

Davon sollen auch die Gelderner etwas haben: Es gibt bereits die Idee, bei größeren Events zum Ende einer Saison die Restbestände zu verkaufen. Vielleicht auch in der Innenstadt, wie Beigeordneter Tim van Hees Clanzett sagt.

Was vor allem den Autofahrern zugute kommt: die neue Straße, die an dem Logistikzentrum vorbeiführen wird. Sie wird als Verlängerung der Straße „Am Kapellhof“ direkt an die Martinistraße auf Höhe des Baumarkts anschließen. So werden nicht nur Anlieferungen und Abholungen für den Onlinehändler vereinfacht, sondern auch alle anderen können die öffentliche Straße nutzen – vor allem als Entlastung für die parallel verlaufende Klever Straße.

„Wir sind sehr froh, dass wir die Fläche jetzt entwickeln können“, sagt Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser. Im Juli hatte die Stadt das Gelände gekauft, nur wenige Monate später die Hälfte wieder an den Investor verkauft. Die andere Hälfte ist derzeit noch in Besitz der Stadtverwaltung, soll aber schon bald verkauft werden. Es gebe mehrere Interessenten, so van Hees-Clanzett. Im April soll klar sein, wer den zweiten Teil des Areals kauft und dort auch bauen wird.