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Geldern: Amtsgericht gibt 20-Jährigem letzte Chance

Geldern : Amtsgericht gibt 20-Jährigem letzte Chance

Zu einem Jahr und sechs Monaten Jugendarrest wurde ein 20-jähriger Straelener gestern vor dem Amtsgericht verurteilt. Er hatte im Oktober 2010 mit seinem jüngeren Bruder und einem Freund einen jungen Mann in Straelen angegriffen und mehrfach geschlagen. Erst sechs Wochen zuvor, im August des vergangenen Jahres, hatte der 20-Jährige zuletzt vor Gericht gestanden, ebenfalls wegen Körperverletzung. Damals bekam er eine Bewährungsstrafe – und damit die letzte Chance, wie Richterin Angelika Eichholz fand. Ein weiteres Mal war der junge Mann im November 2010 aufgefallen – damals griff er mit einem Freund einen Passanten in Geldern an und schlug so hart zu, dass das Opfer beim Sturz mit dem Hinterkopf auf dem Pflaster aufkam und sich verletzte.

Zeugen haben beide Taten bestätigt. Dem Gericht blieb nur festzustellen, ob der ebenfalls angeklagte 17-jährige Bruder des Straeleners an der ersten Tat beteiligt war. Das Opfer, das vor dem Lokal Zum Tömpke in Straelen geschlagen wurde, hatte bei der Polizei ausgesagt, auch der jüngere Bruder habe ihn angegriffen. Es wurde aber nicht bewiesen, dass der 17-Jährige zugeschlagen hat. Das Opfer erschien trotz Ladung nicht zur Verhandlung.

Der Straelener, der wegen seiner voran gegangenen Verurteilung auf Bewährung war, wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Jugendarrest verurteilt. Richterin Eichholz folgte damit dem Antrag des Staatsanwalts. Die Bewährungshelferin sprach dem Mann zwar eine gute Prognose aus, weil dieser zurzeit eine Qualifizierungsmaßnahme mit Aussicht auf einen Ausbildungsplatz macht. Sie konnte die Richterin aber nicht überzeugen.

Sie entschied gegen eine Bewährung. Eine allerletzte Chance erhielt er trotzdem: Nach Paragraf 57 Jugendgerichtsgesetz bekam er eine "Vorbewährung". Bis zum Haftantritt in rund sechs Monaten kann die Richterin noch Bewährung aussprechen. Damit wollte sie ihm die Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten.

(RP)