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Alte Trafostation in Pont wird abgerissen.

Technikmonument in Geldern : Retter für Trafostation in Pont kommt zu spät

Michael Sonfeld bemüht sich darum, alte Trafohäuschen in der Region zu erhalten. In Pont geht dieser Wunsch für den Mann aus Schaephuysen allerdings nicht in Erfüllung. Am Freitag kommt der Bagger.

Wenn Michael Sonfeld von alten Trafotürmen erzählt, kommt er ins Schwärmen. Für den Mann aus Schaephuysen gehören diese Bauwerke zur Geschichte des Niederrheins. Sie wurden von 1910 bis 1914 und später in den 1920er Jahren errichtet. Über sie floss Strom in die Bauernschaften am Niederrhein.

Ihre Rolle als Energieversorger haben diese Türme längst verloren. Doch für Sonfeld, der TrafoturmTransformator für die Kreise Kleve und Wesel ist, sind sie trotzdem erhaltenswert. Als Bürgertürme, als Versammlungsorte oder für den Artenschutz. So wie jener am Hörnenweg in Rahm. Dort freuen sich Insekten über ein Bienenhotel, die katholische Landjugend über einen Treffpunkt.

Auf eine aus seiner Sicht ebenfalls erhaltenswerte Trafostation stieß er in Pont. Er fände es unbedingt schade, wenn dieses Zeitzeugnis der Industriegeschichte für die Ortschaft dort verschwinden würde. „Schließlich kam vor mehr als 100 Jahren damit Licht nach Pont.“ Und noch aus einem anderen Grund hätte der Schaephuysener das Bauwerk gerne erhalten: „Da gibt es noch ein Spitzdach. Sonst haben die Trafotürme in den 70er Jahren meistens Flachdächer bekommen.“

Bei den Stadtwerken Geldern holte Sonfeld weitere Erkundigungen ein, unter anderem, wer der Eigentümer des Grundstücks sei, auf dem der alte Turm steht. Den hält er nicht zuletzt auch für ein „Super-Entrée“ für das benachbarte Gehöft. Der oft in der Argumentation angebrachten Behinderung der Landwirtschaft durch den Artenschutz könnte man nach seinem Dafürhalten zum Beispiel durch die Anbringung eines Insektenhotels entgegentreten. Wie das bei den Trafoturm in Rahm geschehen ist.

„Aber mir sind die Hände gebunden, der Grundstückseigentümer muss da mitspielen“, räumt der Trafoturm-Fan ein. Der Ponter Eigentümer hatte bisher keinen Kontakt mit Sonfeld, wie er am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion mitteilte. Für den Erhalt des alten Bauwerks ist es auf jeden Fall jetzt zu spät. Denn der Eigentümer hat anders entschieden, als es sich Sonfeld wünscht. „Freitag kommt der Bagger“, teilte er am Donnerstag mit.