Ärger um zugeparkten Behindertenparkplatz in Issum

Gerade Kirchenbesucher sind betroffen : Ärger um Behindertenparkplatz in Issum

Bürger können Falschparker der Gemeinde melden. CDU stellte Antrag für langfristige Lösung.

Die Kapellener Straße in Issums Ortsmitte ist an einigen Stellen sehr schmal und am Abend recht vollgeparkt mit Autos. „Da wird auch schon mal der Behindertenparkplatz an der Kirche blockiert“, nennt Ralf Pottbeckers ein Problem. Gerade zu Gottesdienstzeiten sei das ärgerlich. Ältere, gehbehinderte Gottesdienstbesucher, die eine Berechtigung für einen solchen Parkplatz hätten, können ihn nicht nutzen, weil er fremdgenutzt wird. Auch zu Veranstaltungen wie St. Martin, dem Weihnachts- oder Ostermarkt komme es vor, dass dort Menschen einfach ihr Auto abstellen, ohne auf die Besonderheit des Parkplatzes im Schatten der Kirche Rücksicht zu nehmen. „Ein Behindertenparkplatz macht aber nur Sinn, wenn er vorrätig ist“, sagt Pottbeckers.

Die CDU-Fraktion, in der auch Potbeckers ist, hatte deswegen die Verwaltung gebeten, ein Konzept zu erstellen, das es der Verwaltung ermöglicht, ohne zusätzliche Kosten auch am Wochenende das korrekte Parken, insbesondere die Nutzung von Behindertenparkplätzen, in den Ortskernen zu überprüfen. „Wir sind für Anregungen immer dankbar“, sagt Susanne Hackstein von der Gemeinde Issum. Es werde aber nicht ständig jeder Parkplatz im Gemeindegebiet kontrolliert. „Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, nur wirtschaftliche Interessen zu haben“, erklärt Susanne Hackstein. Ein Mitarbeiter der Verwaltung kümmere sich um Falschparker. Außerdem gebe es einen Bereitschaftsdienst und auch einen Sicherheitsdienst, der Kontrollen außerhalb der normalen Dienstzeiten der Verwaltung durchführt. Es geht vor allem um den Samstagabend und die Sonntagmorgende, wenn der Behindertenparkplatz vor der katholischen Kirche gebraucht wird und oft durch Falschparker besetzt ist. Allerdings kann und darf der Sicherheitsdienst keinen Strafzettel ausstellen. Er darf aber ein Foto machen mit dem Kennzeichen des falsch abgestellten Fahrzeugs und es der Gemeinde melden. Das darf übrigens jeder Bürger, erklärt Susanne Hackstein. Nötig sind natürlich die Angaben von Ort, Zeit, das Kennzeichen muss auf dem (Handy-)Foto gut zu erkennen sein und auch der Verstoß, also, dass der Wagen tatsächlich in einer Parkbucht steht, in der er nicht stehen darf. „Verkehrsüberwachung kann aber nicht Aufgabe des Bürgers sein. Sich gegenseitig zu überwachen trägt nicht zum friedlichen Miteinander bei“, sagt Pottbeckers.

Das Verwarngeld beträgt übrigens 35 Euro. Bei denen, die dauernd falsch parken, kann das Verwarngeld noch erhöht werden, erklärt Susanne Hackstein. Allerdings sei auch der Gemeindeverwaltung daran gelegen, erst das Gespräch mit dem Dauer-Falschparker zu suchen. Denn in einem sind sich Gemeindeverwaltung und Pottbeckers einig: „Es geht nicht ums Geld, sondern dass der Parkplatz von denen genutzt werden kann, die ihn brauchen“, sagen Susanne Hackstein und Pottbeckers.