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Ärger bei Anwohnern über die Nicht-Berücksichtigung bei Glasfaser.

Ausbau im Gelderland : Einzelne Häuser fallen aus der Glasfaser-Förderung

Die betroffenen Anwohner vermuten, dass einige Adressen einfach vergessen wurden. Die Verantwortlichen vom Kreis Kleve halten das für unmöglich.

Es ist schwierig, die Schwachstelle ausfindig zu machen. Sicher ist jedoch, dass es irgendwo gehakt hat. Denn es gibt mehrere Anwohner in Straelen, Walbeck und Weeze, die keinen geförderten Glasfaseranschluss bekommen. Und das, obwohl die benachbarten Häuser versorgt werden.

Marco Keysers ist einer von den Betroffenen. Er wohnt auf der Straße Am Schloss Walbeck, auf der mehrere Häuser von der Förderung ausgeschlossen sind, während andere den Breitbandanschluss bekommen. Er habe sich aus Eigeninitiative an einen Vertriebspartner des Unternehmens Deutsche Glasfaser gewendet, erzählt Keysers. Erst dort habe er erfahren, dass er nicht auf der Liste mit den geförderten Haushalten steht. Auch am Schröersweg in Straelen habe es diesen Fall gegeben. Die Anwohner vermuten, dass einzelne Adressen beim Zusammenstellen der Liste einfach vergessen wurden.

Wer also stellt die Liste mit den Haushalten zusammen? „Die Liste wurde durch ein technisches Beratungsbüro erstellt“, sagt eine Sprecherin des Kreises Kleve. Dafür nutze das Beratungsbüro unter anderem Markterkundungsverfahren und den Breitbandatlas des Bundes. Darin gibt es einen Leitfaden zur Abgrenzung der unterversorgten Gebiete. „Diese Informationsquellen sind maßgeblich und bilden die förderrichtlinienkonforme Grundlage der Förderadressen“, heißt es vom Kreis.

Ob ein Haushalt überhaut förderfähig ist, richte sich nach dem Bundesförderprogramm Breitband. Darin sei geregelt, dass Anschlüsse, die laut Meldung der Telekommunikationsunternehmen bereits eine Versorgung von mindestens 30 Mbit/s im Download haben, nicht förderfähig und damit von der Projekterschließung ausgenommen sind. Ausschlaggebend seien hier also die Meldungen der Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Glasfaser.

Generell förderfähig sind Gebiete, in denen die Versorgung unter 30 Mbit/s im Download liegt, in denen kein eigenwirtschaftlicher Ausbau geplant ist und die nicht zu nah am Hauptverteiler liegen. In diesem Bereich ist nämlich die Telekom für den Ausbau zuständig. Hier ist also kein geförderter, sondern nur privatwirtschaftlicher Ausbau möglich.

Dass Adressen auf der Liste vergessen wurden, sei eigentlich nicht möglich, sagt die Kreissprecherin. „Bei allen bisher angefragten beziehungsweise vermeintlich vergessenen Adressen war immer mindestens eins der Förderkriterien nicht erfüllt.“ Marco Keysers zufolge erfüllt aber das Gebiet in Walbeck die Kriterien für eine Förderung.

Für den laufenden Ausbau haben die betroffenen Anwohner kaum noch eine Möglichkeit, sich ebenfalls an das schnelle Internet zu hängen. Voraussichtlich soll aber im kommenden Jahr ein neues Förderprogramm für die Anbindung der sogenannten „grauen Flecken“ geben, heißt es vom Kreis Kleve. „Hierdurch bietet sich wahrscheinlich auch für die betroffenen Anwohner die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu erhalten.“ Weitere Details zu diesem Programm gebe es aber bisher nicht.

Ein Großteil des bisherigen Glasfaser-Ausbaus im Gelderland lief privatwirtschaftlich. Das heißt, Telekommunikationsfirmen wie Deutsche Glasfaser analysieren unterversorgte Gebiete und bieten der Gemeinde eine Kooperation an. Dann bündeln sie, wie viele Anwohner einen zweijährigen Vertrag abschließen wollen. Erreicht die Gemeinde eine Quote von 40 Prozent der Haushalte, kommt es zum Ausbau. Die Kosten dafür tragen dann die Unternehmen. Im Kreis Kleve wurden 40.000 Anschlüsse auf diese Weise ausgebaut. Es gibt aber auch Gegenden, in denen einfach nicht genug Menschen für den Ausbau wohnen. Für das schnelle Internet müssten die Unternehmen für wenige Anschlüsse so viel buddeln, dass es nicht mehr wirtschaftlich wäre. In diesen Fällen springt der geförderte Ausbau ein. 15 Kommunen im Kreis Kleve bekommen so schnelles Internet, sechs davon im Südkreis.

(veke)