Abschluss des 20. Orgelherbstes in Straelen,

Konzert: Geffert liefert brillantes Orgelherbst-Finale

Mit einer Komposition des Spaniers Pablo Bruno eröffnete Professor Johannes Geffert den dritten und letzten Teil des 20. Internationalen Orgelherbstes in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Geffert war bis 2015 Leiter der Abteilung evangelische Kirchenmusik für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik in Köln und ist bekannt für seine Stilsicherheit und die Kunst des Registrierens, eine Frucht langjährigen Konzertierens an den verschiedensten Instrumenten in aller Welt.

Die Komposition „Tiento de secondo Tono Sobre la letania de la Virgen“ des Spaniers entwickelte sich aus tiefen Tönen zu einer dezenten Farbigkeit der Register, die die Klangfarben des 17. Jahrhundert spiegelten.

Mit Johann Sebastian Bachs „Toccata, Adagio und Fuge C-Dur“ vermittelte Geffert einen Eindruck vom facettenreichen Orgelschaffen des Thomaskantors, wobei der Zuhörer nicht so recht entscheiden konnte, ob nun die höchste Virtuosität erfordernde Toccata, das Adagio oder die Fuge im Mittelpunkt standen. Dieses hochgradig virtuose Orgelwerk mit langen Pedalsoli wurde bestens in Szene gesetzt.

Die „Sinfonia in honore Sancti loannis Baptistae“ des neuzeitlichen, französischen Komponisten Naji Hakim spielte der 67-jährige Künstler in unterschiedlichsten Klangdispositionen. Der erste Teil dieses Triptychons „Ut queant laxis“ ist eine Reihe von Variationen über die gregorianische Hymne an Johannes den Täufer. Die zentrale Bewegung „Ecce agnus Die“ basiert auf einem baskischen Agnus. Das Finale „In spiritu et Igni“ ist ein beschwingter Feuertanz, der in seinem Mittelteil eine aufgelockerte Betrachtung des Geistes der Liebe zeigt.

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Geffert entlockte der Stockmann-Orgel das Äußerste an Präzision. Genaueste Artikulation war seine Devise im zweiten Teil seines Konzerts, in dem er drei romantische Charakterstücke vortrug. Mit leichten und luftigen Registern bearbeitete er Robert Schumanns „Vogel als Prophet“. Claude Debussy stand Pate bei Sigfrid Karg-Elerts „Claire de lune“. Geffert intonierte diese musikalische Impression in einem außerordentlich reich phrasierten, ausgezeichnet präzisen Orgelspiel. Unglaublich filigran und exakt reihte er die Töne bei Joseph Bonnets „Elfes“ wie Perlen aneinander, immer mit großem Bogen und spannungsgeladen, rhythmisch akkurat.

Beschaulich, feierlich und gleichzeitig majestätisch ließ Geffert mit der Engelszene „Abends will ich schlafen gehen“ von Engelbert Humperdinck sein Konzert ausklingen. Es blieben letztendlich keine Wünsche offen, hier klang zusammen, was zusammengehörte: ein prachtvolles Instrument, dazu passende Musik, und ein ebenso fachkundiger wie versierter Interpret.

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