Gelderland A40: Wo die Unfälle drohen

Gelderland · Vor allem der Schwerverkehr belastet das Teilstück zwischen der niederländischen Grenze und Kerken. Wenn dann noch Tagesbaustellen eingerichtet sind, wird es noch gefährlicher. An Warnungen fehlt es nicht.

 Zwei schwere Unfälle innerhalb kurzer Zeit: Ein Mensch starb bei einem Lkw-Unfall am 21. Juni.

Zwei schwere Unfälle innerhalb kurzer Zeit: Ein Mensch starb bei einem Lkw-Unfall am 21. Juni.

Foto: Jungmann

An Warnhinweisen fehlt es nie. Das versichert Bernd Löchter, Pressesprecher von Straßen.NRW. Doch immer wieder kracht es auf der Autobahn 40 zwischen der niederländischen Grenze und Kerken. Und oft sorgt eine Tagesbaustelle dafür, dass der Verkehr auf der hoch belasteten Trasse noch gefährlicher wird als sonst.

 Sieben Tage später fuhr ein LKW an einem Stauende in einen Sattelzug. Der Fahrer wurde schwer verletzt.

Sieben Tage später fuhr ein LKW an einem Stauende in einen Sattelzug. Der Fahrer wurde schwer verletzt.

Foto: Jungmann

Zum Beispiel am 28. Juni. Der 59-jährige Fahrer eines Autotransporters wird schwer verletzt, als er bei Kempen auf das Stauende an einer Baustelle fährt. Eine weitere Person erleidet leichte Verletzungen. Drei Kastenwagen stürzen von dem Transporter auf die Fahrbahn. Sachschaden: 600 000 Euro.

Zum Beispiel am 21. Juni. Ein Lastwagenfahrer kommt ums Leben, als er den Stau zu spät bemerkt, der sich wegen eines Unfalls an der Anschluss-Stelle Kempen gebildet hat. Bei diesem ersten Unfall kollidieren drei Lastwagen miteinander.

Zum Beispiel am 28. September. Ein schwerer Auffahrunfall ereignet sich in Höhe des Parkplatzes Tomm Heide. Der Fahrer eines 7,5 Tonners knallt auf das Ende eines Staus, der sich wegen einer Tagesbaustelle gebildet hat. Er wird eingeklemmt, muss von der Feuerwehr befreit werden und kommt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus. Sachschaden: 130 000 Euro.

Höchste Aufmerksamkeit ist auf dem rund 20 Kilometer langen Teilstück auch in der nächsten Zeit gefordert. "In dieser Woche sind in beiden Fahrtrichtungen Teilsperrungen wegen Markierungsarbeiten geplant", teilt Thomas Derrix, der Leiter der zuständigen Autobahnmeisterei Rheinberg mit. Auch Mäharbeiten auf dem Mittelstreifen machen während des Sommers Tagesbaustellen erforderlich. Die sollen aber laut Derrix den Reiseverkehr möglichst wenig beeinträchtigen und oft samstags eingerichtet werden.

Mit mehreren Hinweisen macht Straßen.NRW laut Pressesprecher Löchter auf die Tagesbaustellen aufmerksam. Schon allein, um die Arbeiter zu schützen. "Pro Jahr kommt durchschnittlich ein Kollege ums Leben", so Löchter. Gummi-Schwellen auf der Fahrbahn und leuchtende Pfeile auf der Fahrbahn sollen die Autofahrer warnen. Funksender informieren ausländische Lkw-Fahrer in verschiedenen Sprachen. "Doch der Güterverkehr hat allgemein zugenommen", spricht Löchter ein grundlegendes Problem an.

Für Marcel Fiebig von der Pressestelle der Autobahnpolizei Düsseldorf sind die jüngsten Unfälle in erster Linie eine Verkettung negativer Umstände. Der jüngst eröffnete Ausbau der A 52 bei Roermond könnte Entlastung bringen.

(RP/top/jco/anch)