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Bombenentschärfung in Geldern ab 15 Uhr: 1100 Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Bombenentschärfung in Geldern ab 15 Uhr : 1100 Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Der Verdacht ist Gewissheit geworden. Da, wo die neue Gelderner Rettungswache gebaut werden soll, liegt ein unliebsames Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdboden: eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe. Die wird am Dienstag gegen 15 Uhr entschärft.

Doch bevor Uwe Palmroth, der für Geldern zuständige Leiter des Kampfmittelräumdienstes, an die Arbeit gehen kann, müssen viele Gelderner ihre Häuser räumen. Es handelt sich um die Bewohner der Häuser, die sich im Umkreis von 500 Metern rund um den Fundort der Bombe befinden. Sie müssen diesen Bereich bis Dienstag, 14 Uhr verlassen. Betroffen sind laut van Stephoudt 1.100 Menschen. Im genannten Sicherheitsbereich stehen die Häuser Amselweg 2 bis 36 und 1 bis 33, alle Häuser am Buchenweg, an der Birkenallee und am Meisenweg, die Häuser Boeckelter Weg 76 bis 92 und 85 bis 117, Egmondstraße 24 bis 100 und 63 bis 95, Haagsche Allee 12 bis 36 und 4 bis 19, Lindenallee 21 bis 55 sowie Uhlandstraße 1 bis 5 und 2 bis 16.

Diese Gelderner wurden am Montag mit Schreiben über die Evakuierung informiert. Dienstag kurz vor 14 Uhr werden die Nachzügler laut van Stephoudt durch Lautsprecherwagen an die Räumung erinnert. Dann fährt auch die Polizei verstärkt Streife. "Um 14 Uhr muss die 500-Meter-Zone menschenleer sein", betont der Stadt-Pressesprecher.

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Notquartier in der Realschule am Westwall

Sollten die betroffenen Anwohner keine Möglichkeit haben, außerhalb dieses Bereichs bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterzukommen, steht ihnen ein Notquartier in der Realschule am Westwall zur Verfügung. Wer seine Wohnung nicht ohne fremde Hilfe verlassen kann, für den organisiert die Stadt einen Beförderungsdienst. Anmeldungen dafür werden unter der Hotline 02831 398150 entgegen genommen. Helfer wie das THW, DRK, die Malteser, Feuerwehr und Polizei unterstützen die Stadt bei der Evakuierung. Unter der Telefonnummer werden auch Fragen zur Evakuierung beantwortet, weitere Informationen befinden sich auf der Internet-Seite www.geldern.de.

In der 500-Meter-Zone befinden sich auch das St.-Clemens-Hospital und die Gelderland-Klinik. Dort sind die Vorbereitungen für die Evakuierung von rund 300 Patienten am Montag begonnen worden. Die Turnhalle am Bollwerk, in die Kranke aus dem Clemens-Hospital verlegt werden, wurde mit Geräten bestückt. "Dort sind dann die Notfallbehandlung und die Tagespflege gesichert", sagte Christoph Weß, der kaufmännische Direktor des Clemens-Hospitals. Patienten aus der Gelderland-Klinik finden Unterschlupf in der Turnhalle des Lise-Meitner-Gymnasiums.

St.-Clemens-Hospital und Gelderland-Klinik werden evakuiert

Um 8.30 Uhr am Dienstag beginnt der Patiententransport. Wer am Dienstag einen Krankenbesuch in einem der beiden Krankenhäuser abstatten möchte, muss berücksichtigen, dass ab 13 Uhr keine Besucher mehr empfangen werden. Die Bollwerk-Halle wird vom THW mit Wasser versorgt. Seit Montag ist das Tiefbauamt dabei, den Patienten den Aufenthalt dort mit Rampen und anderen Maßnahmen für die Barrierefreiheit zu erleichtern.

Ein weiterer Sperrbereich gilt im 1000-Meter-Radius um den Fundort der Bombe. Er erstreckt sich faktisch auf die gesamte Innenstadt bis zur Bundesstraße 58. Dort leben weitere 3.900 Gelderner. Sie dürfen sich bis zur Entwarnung über Lautsprecher und Radio nicht im Freien aufhalten. Van Stephoudt: "Außerdem sollten sie in Räume gehen, die abgewandt vom Fundort liegen."

Innenstadt-Schulen haben nach der 6. Stunde unterrichtsfrei

Die Realschule an der Fleuth, die im 500-Meter-Bezirk liegt, hat am Dienstag nach ab 13 Uhr unterrichtsfrei. Alle anderen Innenstadt-Schulen haben nach der sechsten Stunde Unterrichtsende. Kinder des Offenen Ganztags, die nicht anderweitig untergebracht werden können, finden laut van Stephoudt Obdach im Jugendzentrum "Check point" an der Kapuzinerstraße.

Die Gebäude der Gelderner Stadtverwaltung befinden sich zwar außerhalb jeder Sperrzone, jedoch liegt die Zufahrt von der B 58 aus im 1000-Meter-Gürtel. Daher ist die Stadtverwaltung am Dienstag ab 13 Uhr geschlossen, Behördengänge sollten bis 12 Uhr erledigt werden. Um 13 Uhr schließt wegen der Bombenentschärfung auch die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, Egmondstraße 2. Kunden, die am Dienstag nach 13 Uhr einen Termin hatten, erhalten laut Pressesprecher Michael Niel durch die Arbeitsagentur einen neuen Terminvorschlag.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krankenhaus in Geldern wird für Bombenentschärfung evakuiert

(lsa)