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Wirbel um Stadtweiher-Verkleinerung in Erkrath-Hochdahl

Hochdahl : Wirbel um Stadtweiher-Verkleinerung

Bei der gut besuchten Informationsveranstaltung der Stadt im Hochdahler Bürgerhaus ging es teilweise turbulent zu. Teilnehmer forderten ein neues Gutachten und argwöhnten, die Stadt wolle auf der Weiherfläche bauen.

Mit gut einer Viertelstunde Verspätung startete das mit Spannung erwartete Beteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Hochdahler Stadtweihers. Nachdem auch die letzten in der Schlange bei der Kontrolle einen der 3G-Nachweise vorweisen konnten, galt während der gesamten Zeit Maskenpflicht. Auch die auf dem Podium vertretenen Verwaltungsmitarbeiter und externen Sachverständigen waren davon nicht ausgenommen.

Bürgermeister Christoph Schultz sowie der Technische Beigeordnete Fabian Schmidt, der Fachbereichsleiter Tiefbau-Straße-Grün, Ralf Hetzel, sowie dessen Mitarbeiter Daniel Günterberg, Abteilungsleiter des Grünamtes, und Laura Rolshoven waren vor Ort. Letztere zeichnet verantwortlich für die Umgestaltung des Stadtweihers. Moderiert wurde der Abend von Thomas Scholle vom Büro Plan Lokal aus Dortmund, das das Großprojekt „Soziale Stadt Sandheide“ von Beginn an begleitet.

Gleich zum Auftakt der Veranstaltung musste er sich einiger lauter und unerbittlicher Zwischenrufer erwehren. Sie wollten sich mit ihren Fragen und Einwänden nicht bis zur angekündigten Fragerunde gedulden, die im Anschluss an die Präsentation der Ergebnisse des Gutachtens durch Reinhold Beck folgen sollte. Das Ingenieurbüro Beck, das auf wasserwirtschaftliche Fragen spezialisiert ist, hatte festgestellt, dass die Zuläufe zum Stadtweiher zu gering und die Versickerung zu groß sei, um das Becken wieder insgesamt mit Wasser zu füllen. Beck schlägt deshalb einen auf ein Drittel verkleinerten Weiher im Nordwesten des bisherigen Teichbeckens vor.

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Die Einwürfe der Besucher drehten sich zum einen um die Zuflüsse zum Weiher, den Sedentaler Bach, der laut Volker Lahnstein „erst ein paar Meter vor der Polizeiwache, aus welchen Gründen auch immer, versickert“, und den Kattendahler Graben. Auch das hartnäckig kursierende Gerücht um eine geplante Bebauung im Weiherbecken erhitzte einige Gemüter. Nach dem Zwischenruf aus dem Publikum, „das ist doch eine Farce hier, der Rat hat das doch schon entschieden“, ergriff Bürgermeister Schultz das Wort.

„Die Verwaltung hat kein Interesse daran, Ihnen Ihren Stadtweiher zu nehmen. Im Gegenteil, wir haben das Gutachten mit der Fragestellung in Auftrag gegeben, wie dieser in seiner jetzigen Ausdehnung zu erhalten ist. Gegen die Unterstellung, das Gutachten diene nur als Alibi für bereits gefasste Pläne, in dem Bereich zwischen Brücke und Hochdahlhaus eine wie auch immer geartete Bebauung zu realisieren, verwehre ich mich auf das Schärfste“, sagte Schultz.

Dass der Stadtweiher in seiner jetzigen Ausdehnung nicht zu erhalten sei, habe weder ihm noch den anderen Mitgliedern der Verwaltung gefallen. Auch Reinhold Beck wurde ein tiefsitzendes Misstrauen ob der Ergebnisse und der Herangehensweise an die Untersuchung entgegen gebracht: Mehrere Redner forderten ein neues Gutachten. „Es wird eine Plausibilitätsprüfung des vorliegenden, aber kein neues Gutachten geben“, entgegnete daraufhin Bürgermeister Schultz.

Da die Anzahl der Wortmeldungen und deren Beantwortung durch Verwaltung und Sachverständige abendfüllend waren, blieb für den eigentlichen Zweck der Veranstaltung, das Einsammeln von Ideen aus der Bevölkerung für die Gestaltung der verbleibenden Weiherfläche, am Ende keine Zeit mehr. Bürger können sich aber vor Ort über den aktuellen Stand der Neugestaltung des Stadtweihers informieren und Ideen und Vorschläge für die Zukunft einbringen.

Dafür steht bei trockenem Wetter am heutigen Freitag, 10 bis 12 Uhr, sowie am Dienstag, 21. September, von 15 bis 16.30 Uhr ein Informationsstand an der Brücke über dem Stadtweiher (nahe Hausnummer Am Stadtweiher 5) bereit.