Erkrath: Wie man Häuser gegen Kälte wappnet

Erkrath: Wie man Häuser gegen Kälte wappnet

Bei der Energiemesse im Bürgerhaus Hochdahl holten sich Eigentümer und Mieter jede Menge Tipps ab.

Man stelle sich vor, man bekäme einmal folgende Außenansicht des eigenen Wohnraums zu Gesicht: Wände und Dach sind tiefblau, die Fenster und Türen aber feuerrot. Gemeint ist ein Wärmebildfoto, auf dem Schwachstellen in der Wärmeisolierung dargestellt werden - in diesen eiskalten Tagen eine Horrorvorstellung, möchte man doch die wohlige Wärme lieber im Inneren behalten.

Aufnahmen dieser Art wurden jetzt an mehreren Ständen auf der Energiesparmesse im Bürgerhaus Hochdahl als Anreiz gezeigt. Neun Aussteller, darunter die Stadtwerke Erkrath, die Verbraucherzentrale, Firmen wie Innogy oder Hausmann, informierten darüber, wie Energiekosten verringert, Wärme isoliert und das Klima entlastet werden können.

Holger D. Kramm vertrat dabei die Firma Heim & Haus, die auf energetische und wärmeisolierende Sanierung spezialisiert ist. Die Firma profitiert davon, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) ein Förderprogramm aufgelegt hat. Wer eine energiesparende Haustür in Erwägung zieht, kann demnach auf Zuschüsse zurückgreifen: "Die KFW fördert die ersten 1000 Euro für eine energiesparende Haustür mit 20 Prozent sowie die darauffolgenden 1000 bis 5000 Euro mit zehn Prozent des Kaufpreises", sagt Kramm.

Das heißt konkret: Wer eine Haustür mit energiesparenden Kriterien einbaut, bekommt von der KFW einen Zuschuss von bis zu 600 Euro. Kramm warnt aber vor voreiliger und unbedachter Umrüstung: "Viele Verbraucher sind an Dreifach-Verglasung ihrer Fenster interessiert, werden aber von Unternehmen falsch beraten oder sind vornherein falsch durch die Medien informiert. Das Prinzip der Dreifach-Verglasung macht nur dann Sinn, wenn den Häusern ein Energiesparkonzept zugrunde liegt. Ansonsten kann Schimmelbildung für eine böse Überraschung sorgen".

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Wichtig für alle Hausbesitzer und Mieter sei auch, die Räume ordentlich zu lüften. Nicht kurz das Fenster auf Kipp stellen, "sondern Stoßlüften und gleichzeitig alle Heizkörper runterdrehen", betont Kramm.

Beim Energie- und Wassersparen helfen bekanntermaßen LED-Lampen, ausschaltbare Steckdosenleisten und Duschsparköpfe. Verbraucher, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung oder einen Mietzuschuss beziehen, bekommen diese Hilfsmittel vom gemeinnützigen Angebot "Stromspar-Check" der Caritas übrigens kostenfrei.

"Wir wollen bedürftigen Menschen helfen, bei den Kosten für Wasser und Strom zu sparen", sagt Vadim Khmelnystyy, Projektkoordinator vom Caritasverband für den Kreis Mettmann. "Dazu gehen unsere Mitarbeiter in die Haushalte und suchen die Energiefresser". Vor Ort helfen ehemalige Langzeitarbeitslose, die nun als geschulte Stromsparhelfer einer Tätigkeit nachgehen.

Dank individueller Beratung und moderner Technik kann man jährlich rund 200 Euro sparen. Seit 2009 haben im Kreis Mettmann 3500 Haushalte mit geringem Einkommen am Stromspar-Check teilgenommen. Dabei wurde ein CO2-Ausstoß von mehr als 7000 Tonnen vermieden.

(carle)
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