Erkrath: Wie funktioniert das Neanderbad?

Erkrath : Wie funktioniert das Neanderbad?

Jeden Montag finden in den Sommerferien Technik-Führungen im Schwimmbad statt. Die Besucher sehen, was unter dem Becken los ist.

Für alle Technikbegeisterten, die schon immer wissen wollten, wie es hinter den Kulissen des Neanderbades aussieht, werden in den Ferien Führungen veranstaltet. Am Montag zeigte Klaus Dohmen, Fachangestellter für Bäderbetriebe, zehn Besuchern verschiedenen Alters seinen Arbeitsplatz. "Die wenigsten wissen, was die Angestellten in einem Schwimmbad zusätzlich zur Betreuung der Gäste alles zu erledigen haben", erzählte Dohmen. "Dabei läuft ein großer Teil der Arbeit im Technikkeller ab."

Klaus Dohmen (grünes T-Shirt) erklärt Besuchern die Technik im Keller des Neanderbads. Foto: Dietrich Janicki

Unter den Schwimmbecken sorgen die Angestellten dafür, dass Besucher ihren Aufenthalt im 2006 eröffneten Neanderbad genießen können. Sie arbeiten dabei auch mit vielen zum Teil gefährlichen Chemikalien, die der Hygiene und Qualität des Schwimmwassers dienen. Nicht nur das Solebecken, sondern alle Schwimmanlagen müssen mit Salzen angereichert werden, die Fette binden und filterbar machen. Der pH-Wert des Wassers wird mittels bestimmter Säuren reguliert. "All das wird vom Keller aus geregelt", berichtete Dohmen.

"Wir haben hier unten auch eine eigene Elektrolyseanlage, welche die Chlorbleichlauge für das Wasser mischt." Doch auch, wenn diese Anlage das Einspritzen des Chlors selbstständig anpasst, um den Wert von 0,3 bis 0,6 Milligramm pro Liter Wasser aufrecht zu erhalten, werde der Chlorgehalt dreimal täglich manuell kontrolliert. Auch die Rutschen und Becken müssen täglich auf lockere Schrauben und Lecks hin überprüft werden. "Wir bemühen uns zwar immer, die Technik auf dem neuesten Stand zu halten", so Dohmen, "aber das nützt wenig, wenn wir unsere Einrichtung nicht regelmäßig kontrollieren."

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von den Aufgaben, welche die Mitarbeiter jeden Tag unter den Schwimmern verrichten. Der Keller liegt unter dem Gebäude, somit ist das Becken im Außenbereich das einzige, unter dem man nicht herlaufen kann. "Unser Außenbecken ist in den Boden eingelassen wie eine riesige Edelstahlwanne", erläuterte der Experte.

Unter dem Hauptgebäude befinden sich auch die Wasserspeicher und Pumpen. Damit wird ausgeglichen, dass jeder Badegast mindestens 10 Liter Wasser aus dem Becken mitnimmt. Zudem sind dort Anlagen, die beispielsweise die Scheinwerfer in den Becken regulieren, und das Blockheiz-Kraftwerk für Biogas untergebracht.

"Mit der Anlage heizen wir das Bad und produzieren Strom. Dieser wird, ebenso wie die Produktion der Photovoltaikanlage, in das Erkrather Stromnetz eingespeist", sagte Dohmen. Der erfahrene Kollege freut sich, dass er den Besuchern die Arbeit im Bad näherbringen kann. "Viele Gäste interessieren sich für die Technik hinter dem Badbetrieb. Deshalb organisieren wir immer wieder solche Führungen."

(RP)