Wettbewerb: Pauline ist Erkraths Stadtsiegerin im Vorlesen

Leseförderung in Erkrath : Wettbewerb: Pauline ist Stadtsiegerin im Vorlesen

Die Schülerin des Gymnasiums am Neandertal vertritt Erkrath am 20. Februar beim Kreisentscheid in Heiligenhaus.

(tpp) Studien haben gezeigt, dass das Text- und Leseverständnis von Schülern in Deutschland heute signifikant schlechter ist als vor 20 Jahren. Neben gesellschaftlichen und schulpolitischen Veränderungen hat auch die technische Entwicklung dazu beigetragen, dass Kinder und Jugendliche heute weniger Bücher lesen.

Zwar kommunizieren sie viel schriftlich, doch das sind meist kurze Sätze via Smartphone, bei denen weder korrekte Grammatik noch längere Zusammenhänge von Bedeutung sind. Leseförderung, wie sie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bereits seit 60 Jahren mit seinem bundesweiten Vorlesewettbewerb durchführt, ist ist heute also wichtiger denn je.

Alle Schüler der sechsten Klassen (rund 600.000) waren eingeladen, teilzunehmen und ihr Lieblingsbuch vorzustellen – zuerst vor ihrer Klasse, dann kreisweit und landesweit. Auch in Erkrath haben im Dezember die Schulwettbewerbe stattgefunden, aus denen fünf Sieger von vier Schulen hervorgegangen sind, die nun im Stadtentscheid zusammengetroffen sind.

In der Stadtbibliothek im Bürgerhaus Hochdahl ging es darum, wer als Vertreter der Stadt Erkrath zum Kreisentscheid am 20. Februar nach Heiligenhaus fahren darf. Ausrichter waren die Stadtbücherei und die Buchhandlung Weber. Spannend war nicht nur, wie gut die Schulsieger vorlesen würden, sondern auch, welche Bücher sie für die erste Runde ausgewählt hatten.

Efe Sarp Demir von der Carl-Fuhlrott-Hauptschule hatte zum Beispiel den ersten Band der neuen „Woodwalkers“-Reihe um einen jungen Gestaltwandler (Katja Brandis) mitgebracht, während Nick Martin (Realschule Hochdahl) sich für den Klassiker „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende entschieden hatte.

Nach den offiziellen Regeln hatte jedes Kind drei Minuten Zeit, um aus seinem selbstgewählten Buch zu lesen, bevor alle nacheinander Passagen aus einem ihnen unbekannten Werk meistern mussten: „Arthur und der schreckliche Scheuch“ von Jenny McLachlan ist eine Neuerscheinung, die die jungen Leser mit Arthur und seiner Zwillingsschwester Rose über Opas Dachboden in eine Fantasy-Welt entführt.

Gerade beim Vorlesen dieser für die Teilnehmer neuen Worte zeigte sich, wer gut und wer besser im schnellen Aufnehmen neuer Zusammenhänge war. Die Jury, bestehend aus Nadja Hopmann (Buchhandlung Weber), Susanne Kürbis (Förderverein der Stadtbücherei) und Claudia Birkheuer (freischaffende Schriftstellerin), nahm sich trotzdem genug Zeit, ihre Eindrücke zu sortieren und zu diskutieren. „Ihr habt alle wunderbar gelesen“, verkündete Nadja Hopmann diplomatisch.

Am meisten überzeugt in den Kriterien „Lesetechnik“, „Interpretation“ und „Textauswahl“ hat schließlich Pauline Thewes vom Gymnasium am Neandertal. Sie hatte aus „Ruby Redfort – Gefährlicher als Gold“ von Lauren Child gelesen und mit Textverständnis und lebendiger Betonung beeindruckt. Pauline darf nun um den Sieg im Kreis Mettmann kämpfen und hoffen, sich für die weiteren Runden zu qualifizieren.

Alle fünf Teilnehmer, auch Shirin Hourri (Carl-Fuhlrott-Schule, „Wild und Wunderbar – Gegensätze halten zusammen (oder?)“) und Nika Matheisen (Gymnasium Hochdahl, „Die drei !!! - Rätsel der Vergangenheit“) erhielten eine Urkunde und ein Buchgeschenk.