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Erkrath: Wenn Schüler Theater machen

Erkrath : Wenn Schüler Theater machen

In der gut besuchten Erkrather Stadthalle zeigte der Literaturkurs des Gymnasiums am Neandertal das Stück "Tote Mädchen lügen nicht". Das Drehbuch haben die Schüler selbst geschrieben und erarbeitet.

Es ist ein schwieriges Thema, das sich der Literaturkurs des Gymnasiums am Neandertal für sein Theaterstück vorgenommen hatte: "Tote Mädchen lügen nicht", frei nach dem Jugendroman von Jay Asher, rekonstruiert den Selbstmord der 17-jährigen Hannah Baker. In zwölf Episoden stellten die Elftklässler Situationen aus dem Leben der Protagonistin dar, die allesamt zu Gründen für ihren Suizid wurden.

So führten mehrere Verwicklungen und auf den ersten Blick unbedeutende Ereignisse schließlich zu Hannahs vollkommener Verzweiflung. Trotz des ernsten Grundtons enthielt die Aufführung am Freitagabend in der Stadthalle jedoch auch komische Elemente, welche größtenteils den Nebenfiguren zu verdanken waren. Für die meisten Lacher sorgten dabei die überdrehten Cheerleaderinnen Jenny und Penny, die von Sarah Hoffmann und Kira Wunder gespielt wurden.

"Für mich ist das der erste Literaturkurs, den ich selbstständig leite", sagte Lehrerin Verena Große-Frericks. "Es war eine wunderbare Erfahrung mit den zwölf Schülern, denn alle haben großartig mitgearbeitet und ich konnte mich zu jeder Zeit auf sie verlassen." Die meiste Arbeit hätten die Teilnehmer des Kurses selbst übernommen. "Die Schüler haben die Vorlage ausgewählt und das Drehbuch selbst geschrieben, was fast das gesamte erste Halbjahr gedauert hat. Das war viel trockene Arbeit", sagt Große Frericks. In diesem Halbjahr habe dann der spannende Teil der Vorbereitungen beginnen können. "Jeder durfte sich überlegen, welche Rolle er spielen würde", so die Schülerin Annika Salger, die Hannahs Lehrerin spielte. "Dann fand ein Vorsprechen für die Rollen statt und wir haben über die Verteilung abgestimmt." Die Rolle der Hauptfigur Hannah spielte Kathrin Ebel. "Es war viel Arbeit, den ganzen Text auswendig zu lernen, aber zum Glück hat heute und am Donnerstag bei der Aufführung für die Schüler alles gut funktioniert", sagte sie erleichtert. Es sei ein erlösendes Gefühl, den Auftritt hinter sich zu haben. "Trotzdem ist es schade, weil damit unsere Arbeit auch ein Ende hat." Die Meinung teilt auch Isabel Fuhrmann. Sie findet, dass sich der Aufwand in jedem Fall gelohnt habe. "Vor allem mit den Requisiten hatten wir viel zu tun, da wir unter anderem einen Sarg, mehrere Grabsteine und ein Stopp-Schild selbst basteln mussten", erzählte die 17-jährige. Die ganze Mühe merkte man den Requisiten auch an: Auf der Bühne wirkten die selbst gemachten Grabsteine teilweise täuschend echt. Und nicht nur künstlerisch, sondern auch schauspielerisch konnten die Schüler überzeugen. Für ihr textsicheres und gut einstudiertes Spiel ernteten die Jugendlichen viel Applaus. "Wir haben dafür auch wirklich viel geübt", so Lea Spahn. "Mittlerweile kann man manche Szenen schon gar nicht mehr hören, weil wir sie so oft durchgehen mussten". Die Koordinatorin Große Frericks war mehr als zufrieden mit der Leistung ihrer Schützlinge. "Die beiden Aufführungen haben sie wunderbar auf die Beine gestellt. Jetzt ist nur noch das große Aufräumen angesagt."

In diesem Jahr gibt es aufgrund der großen Beliebtheit der Aufführungen einen zweiten Kurs, dessen Komödie "Kanacke und Liebe" am Montag, 23. Juni um 18.30 Uhr in der Stadthalle Premiere feiert.

(RP)