Erkrath: Verein plant Skulpturenpfad an der Düssel

Erkrath: Verein plant Skulpturenpfad an der Düssel

Immer wieder gibt es Versuche, die (Trampel-)Pfade entlang der Düssel aufzuwerten. Die "Neanderart Group" will es mit Objekten am Wegesrand versuchen.

Seit Jahren wird darüber gesprochen, wie man den Weg an der Düssel in Erkraths Innenstadt ansprechender gestalten könnte. Es gibt auch schon Pläne zum Aufbau eines Spazierwegenetzes, aber die Stadtverwaltung hat das Thema nicht auf ihrer Prioritätenliste und so bleibt es vorerst bei gelegentlichen privaten Initiativen.

Für dieses Jahr hat sich die heimische Künstlervereinigung "Neanderart Group" um Ralf Buchholz an die Planung eines Skulpturenwegs gemacht und Bürgermeister Christoph Schultz als Projekt vorgeschlagen. Ihre Idee: Vom Toni-Turek-Stadion bis hinter die Neandertalbrücke soll die Düssel mit Skulpturen, Objekten und Licht attraktiver gemacht werden. Dabei sei es wichtig, dass der Weg nicht mit Kunst zugepflastert, sondern "harmonisch aufgewertet" werde, unterstreicht Buchholz. Auch am Flusslauf im Neandertal dürften keine Kunstwerke platziert werden, da dort höchste Naturschutzstufe bestehe.

Die alten Brücken über die Düssel könnten zum Teil einen frischen, farbigen Anstrich vertragen und darunter wäre Platz für Graffiti, findet Buchholz. Die Werke sollten in Erkrath einen festen Standort und kleine Tafeln haben, die auf ihre Schöpfer hinweisen. Inspiriert worden zu all dem sei er während einer Amerikareise: Überall in Boston präsentierten Künstler ihre Arbeiten im öffentlichen Raum und verschönerten so die Innenstadt. Für sie sei es eine Möglichkeit, ihre Werke einem breiten Publikum zu zeigen.

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Auch das Neandertal-Gymnasium hat Buchholz dazu eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen und einige Organisationen und Vereine wollen ebenfalls mit anpacken. Unterstützung hat Buchholz auch bei Reiner Langer (Fluxus-Künstler), Bina Theisen-Placzek (Initiatorin Skulpturenpfad an der Ruhr) und anderen gefunden.

Als Starttermin hat die Künstlervereinigung den 14. April im Auge. Ginge es nach ihr, würde das Projekt über das Jahr 2018 hinaus Bestand haben: "Wir möchten nichts aus dem Boden stampfen, der Skulpturenweg soll wachsen und langsam Form annehmen", so das Ziel der Aktiven. Sie lassen sich auch nicht von negativen Erfahrungen mit Kunst im öffentlichen Raum in anderen Städten schrecken: So sind in der Nachbarstadt Mettmann schon diverse Objekte auf dem Skulpurenpfad durch das Neandertal beschädigt, komplett zerstört oder gestohlen worden. Auch Ratingen muss sich immer wieder mit Zerstörungswut auf dem dortigen, prominent bestückten Kunstweg beschäftigen.

Immerhin wäre das Projekt aber ein erneuter Versuch, auf den Naherholungswert der Düssel aufmerksam zu machen. Dieses Versäumnis der Stadt beklagen viele Erkrather, darunter Manfred Bicker, der dem Nebenfluss des Rheins bis zu seiner Quelle und den Mündungen gefolgt ist und dies in seinem Buch "Die Düssel und ihr schönes Umfeld" dokumentiert. Zu Erkraths Umgang mit der Düssel schreibt er: "Alle Orte in Düsselnähe bieten viel Interessantes und Schönes. Alt-Erkrath gehört leider nicht dazu und das ist traurig. Auf dem Gelände von Pose-Marré hätte man die Gelegenheit gehabt, unter Einbeziehung der Düssel eine wunderschöne grüne Oase zu schaffen."

(hup)
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