1. NRW
  2. Städte
  3. Erkrath

Erkrath: Verbotene Mahd: Stadt will Grünpflege neu ausschreiben

Erkrath : Verbotene Mahd: Stadt will Grünpflege neu ausschreiben

Der Skandal um mehrere zerstörte Wildblumenwiesen im Erkrather Stadtgebiet war nun auch Thema im Planungsausschuss. Die Grünen-Fraktion hatte erfahren, dass es nach den ersten drei Mäh-Aktionen einen weiteren Vorfall Anfang Juni gegeben hat, der nur durch das beherzte Einschreiten einer Anwohnerin unterbrochen werden konnte.

Die Grünen haben die Verwaltung aufgefordert, sich zu erklären und Ross und Reiter zu nennen.

"Hauptziel ist es, Herr Heffungs und Herr Schmidt, dass die Verwaltung nun aber wirklich mal Konsequenzen zieht", sagte Peter Knitsch in Richtung Stadtspitze. Bei der Zerstörung einer Wiese, die von der Verwaltung ausdrücklich aus dem Auftrag herausgenommen wurde, müsse es eine saftige Vertragsstrafe für das ausführende Unternehmen geben. Es könne nicht sein, dass die Vergabe von Aufträgen nur nach dem Prinzip "so billig wie möglich" erfolge.

Diese Pflegefirmen beschäftigten meist ungelernte Kräfte, denen sie höchstens den Mindestlohn zahlten. Bei der nächsten Ausschreibung solle darauf geachtet werden, dass ein gewisses Maß an Qualität geboten werde. "Das ist das Mindeste, was ich von der Verwaltung erwarte", so Knitsch.

"Wie misst man Qualität?", gab dagegen Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs zu bedenken. "Die Situation ist für uns ein bisschen schwierig. Es ist nicht einfach für die Stadt, eine Ausschreibung hinzukriegen, die eine gewisse Qualität liefert". Der Auftrag zur Grünflächenpflege werde immer für maximal vier Jahre vergeben und jedes Jahr erneuert. Erst zum Januar 2019 könnten neue Firmen verpflichtet werden.

Was die aktuelle Problematik betrifft, fand der jüngste Zwischenfall auf dem Kreisverkehr an der Schlüterstraße statt. "Nach Rücksprache hat die Firma dort nicht gemäht, und wir auch nicht", erklärte Heinz-Peter Heffungs im Ausschuss. Wer war es dann? Heffungs verteidigte die Verwaltung: "So schlecht stehen wir als Stadt nicht da und ich möchte auch nicht, dass das kaputtgeredet wird."

Da meldete sich Wolfgang Sternberg vom Natur- und Umweltschutzbund Nabu zu Wort: "Die Fläche, die die Stadt im Sedental angelegt hat, ist wunderbar. Tue Gutes und sprich darüber."

(tpp)