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Erkrath: Urnen-Gräber sollen kleiner werden

Erkrath : Urnen-Gräber sollen kleiner werden

Die Verwaltung setzt sich mit einem Bürgerantrag auseinander. Bürgermeister warnt vor steigenden Gebühren.

Den Bürgerantrag von Hans-Dieter und Rosemarie Henrichs zur Schaffung von Urnen-Kleingräbern und Prüfung neuer Bestattungsvarianten hat die städtische Friedhofsverwaltung mit einer bemerkenswert ausführlichen Vorlage beantwortet. Über das siebenseitige Papier wurde nun im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates diskutiert. Für die CDU-Fraktion nahm Wolfgang Jöbges Stellung: "Es würde unsere Zustimmung finden, dass man mit Neuerungen nicht im großen Stil, sondern, wie vorgeschlagen, vorsichtig anfängt und dann schaut, wie es angenommen wird. Unserem Bestreben, jedem Wunsch im Rahmen der Gesetzte nachzukommen, ist es angemessen, auch hier in Erkrath etwas zu unternehmen."

Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen lobte Reinhard Knitsch die Privatinitiative der Eheleute Henrichs. Sie diene auch der Erfüllung des breiten Wunsches nach Erleichterung der Grabpflege: "Es ist ein wertvoller Bürgerantrag, in Erkrath eine kleinere Größe anzubieten." Zudem würde der Erwerb der vorgeschlagenen Felder für zwei Urnen in den Maßen von 80 mal 80 Zentimetern über 300 Euro günstiger gegenüber den bislang angebotenen knapp doppelt so großen Parzellen für vier Urnen.

Der BmU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Osterwind kritisierte am Verwaltungsplan: "Der vorgesehene Platz für 12 bis 14 Urnen für die gesamte Stadt kann nicht der Aufgabe gerecht werden, zu testen, wie derartige Angebote bei der Bevölkerung ankommen. Ich kann nicht verstehen, warum man sich bei einem derartigen Versuch auf den Friedhof Kreuzstraße beschränkt, wo wir doch auf dem Millrather Parkfriedhof wesentlich mehr Begräbnisse haben."

Die räumliche Nähe sei entscheidend und nicht zu erwarten, dass sich Anwohner aus Hochdahl allein wegen eines verbesserten Platzangebotes für den Alt-Erkrather Friedhof entscheiden.

Auch Urnenbeisetzungen auf zwei Ebenen solle, entgegen der Empfehlung der Verwaltung, zukünftig gestattet werden. Osterwind stellte weiter klar: "Zwar wird es nicht ausgesprochen, dennoch enthält die Vorlage die eindeutige Aussage, dass wir durch die Neuerungen zu einer Unternutzung der Friedhöfe kommen." Die vorgehaltene Fläche sei zu groß für die städtische Bevölkerungszahl. Nur um die Fläche zu füllen, dürften die Bürger nicht mit Kosten belastet und ihre Wahlmöglichkeiten beschränkt werden.

Auf Antrag von Osterwind votierte der Ausschuss einstimmig dafür, die Einführung von Urnenkleingräbern, sowohl auf dem Friedhof Kreuzstraße, als auch auf dem Parkfriedhof Neandertal, zu unterstützen und die Bestattung in Urnengräber auf zwei Ebenen zu ermöglichen. Für die praktische Umsetzung muss die Erkrather Friedhofssatzung durch Ratsbeschluss anpasst werden. Bürgermeister Arno Werner wies auf absehbare Effekte hin: "Wenn die kleineren und günstigeren Grabfelder verstärkt nachgefragt werden, bedeutet dies ein deutliches Ansteigen der Friedhofsgebühren, weil die Kosten umgelegt werden müssen." Zu rechnen sei mit der Verdrängung der bislang traditionellen Friedhofkultur, da die bisherigen Bestattungsformen kaum mehr bezahlbar blieben.

(lard)