Unterbacher Kirchenchor lädt zum Kostümflohmarkt ein

Wochenende: Kostümtrödel ist eine Fundgrube für Narren

Der Kirchenchor der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Unterbach lädt wieder zum Flohmarkt für Karnevalsverkleidungen ein. Ob Bienchen, Teufel oder Prinzessin: Die Auswahl ist riesig.

Warum nicht dieses Jahr an Karneval mal als Senftube gehen? Schließlich gibt es da diese traditionelle Düsseldorfer Senfmarke und das entsprechende Kostüm in den Tubenfarben Ocker und Rot mit dem Original-Emblem hängt (noch) auf einer der zahlreichen Kleiderstangen im Jugendheim der katholischen Kirchengemeinde in Unterbach. Viele, sehr viele Kostüme wurden auch in diesem Jahr wieder gespendet.

Die Damen vom Kirchenchor sichten und sortieren sie fleißig, damit der große Verkauf morgen starten kann. „Im vergangenen Jahr hatten wir am ersten Tag zu Beginn einen wahnsinnigen Andrang“, erinnert sich Traudel Freund, während sie Hüte sortiert: Häubchen aus den 50er Jahren, Cowboyhüte, Sombreros oder auch Strohhüte. „Diesen hier habe ich selbst ein wenig aufgepeppt, indem ich einfach ein paar Dekokirschen und Erdbeeren angenäht und ein grünes Band umgebunden habe“, erzählt die Organisatorin. Kombiniert mit Schürze und Gummistiefel ergebe das ein wunderschönes Landfrauenkonstüm.

Eine Mithelferin packt vorsichtig ein rotes Barock-Kostüm aus einem Karton, dazu gehört auch eine Mozartperücke, ein weißer geflochtener Zopf. Traudel Freund begutachtet jede Ware sehr genau, die Perücke gefällt ihr nicht so ganz. „Schau mal, da sind bräunliche Stellen, das sieht unhygienisch aus.“ Denn Ramsch sollen die Jecken hier nicht bekommen. „Auch wenn sie hier wenig zahlen, haben sie das Recht auf einwandfreie Ware“, erklärt die eingefleischte Karnevalistin und entdeckt plötzlich einige Flecken auf dem Plüschkostüm „Milka Kuh“: „Ich glaube, die kann man problemlos mit Waschen entfernen, da habe ich keine Bedenken.“

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Und so werden am Wochenende wohl viele Verkleidungen einen neuen Besitzer finden: das Schneewittchenkleid, das Teufelskostüm, der kleine Tigerumhang für Babys und Kleinkinder, die Cowboywesten, der Eisbäreinteiler aus Plüsch. Dazu gibt es kistenweise Accessoires: Haarreifen mit Elefanten- oder Mäuseohren, Spielzeugpistolen. Brillen, Perücken. Wer zum Beispiel einmal die Haare wie Bobby Farrell von Boney M. haben möchte, kann sich diesen Traum hier sehr kostengünstig verwirklichen. Dazu das gelb-rosa-lila-farbene Glitzerkostüm, das zwischen Biene und Esel hängt, und fertig ist der 70er Jahre Glamourlook.

Eine Frau kommt herein, bringt zwei großen Tüten voller Spenden, schaut sich um und entdeckt zwei Kopfverkleidungen, Herr und Frau Rabe. „Könntest Du mir die bitte zurücklegen?“, fragt sie aufgeregt. Traudel Freund nickt. „Das ist doch selbstverständlich.“ Dann hängt sie die zahlreichen Kinderkostüme auf einen anderen Ständer, alle Klassiker sind darunter, vom Indianer bis zur Prinzessin. Vieles davon ist noch originalverpackt, manches hat sogar ein Preisschild. „Man sieht, dass vieles noch gar nicht getragen ist“, sagt Traudel Freund, „das wurde vielleicht für die Kinder gekauft und die wollten dann doch nicht.“

Besonders freut sich die Chorsängerin in diesem Jahr über die großzügigen Spenden eines Karnevalsvereins, der sich aufgelöst hat. „Wir haben jede Menge Kostüme von denen in fünf- bis achtfacher Ausführung bekommen. Wer also gleich etwas für eine ganze Gruppe sucht, wird bei uns sicher fündig.“ Und eins ist ebenfalls sicher: Das Senfkostüm wird definitiv einen neuen Träger finden. Und damit der nicht alleine losziehen muss, gibt’s ein entsprechendes Pendant dazu: die Bratwurst.

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