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Erkrath: TSV-Koronargruppe fühlt sich benachteiligt

Erkrath : TSV-Koronargruppe fühlt sich benachteiligt

Erhard Burbulla hat die Konsequenzen gezogen und ist nach Hilden gewechselt, weil seine Gruppe nicht ins Fritz-Hoppe-Haus darf.

Erhard Burbulla war es leid: 15 Jahre lang Mitglied beim TSV Hochdahl und viele Jahre lang Mitglied in der 20-köpfigen Herzsportgruppe, hatte er vergeblich darauf gewartet, auch mal im "neuen Fritz-Hoppe-Haus" mit seiner Mittwochsgruppe trainieren zu dürfen. Der Zeitpunkt ist bis heute nicht gekommen. Das Fritz-Hoppe-Haus ist sieben Jahre alt. Deshalb ist er jetzt zur Hildener Allgemeinen Turnerschaft gewechselt, "wo ich zu Musik in einer sauberen Halle mit Spiegel Sport treiben kann", sagt er. Das sei ihm beim TSV Hochdahl trotz mehrfacher Anfragen nicht möglich gewesen.

Mit Burbulla soll noch jemand die Herzsportgruppe verlassen haben, obwohl er die ausgezeichnete Trainerin und die Ärztin vermissen wird. Nun ist es Burbulla nicht allein, der sich ärgert. 18 seiner Kursmitglieder hatten schon ein Schreiben an den Vorstand unterzeichnet, in dem Burbulla auf Umzug in die neue Halle pochte.

"Die erforderlichen Beitragserhöhungen, 70 Prozent ab Baubeginn 2007 bis heute, haben wir selbstverständlich mitgetragen", sagt er. In den Genuss der neuen Anlage sei die Reha-Gruppe aber nie gekommen. Statt dessen habe sein Kurs weiter in der zunehmend verdreckten Sporthalle an der Rankestraße bleiben müssen, wo auch die Toiletten unzumutbar waren. Im Dezember 2013, sechs Jahre nach dem Neubau, wurde ein Antrag der Gruppe auf Umzug abgelehnt, sagt Burbulla. Gründe seien auch genannt worden: Wegen sehr gut besuchter Kursangebote, die dort stattfinden, einer bevorstehenden Gruppen-Neugründung und Schwierigkeiten beim Transport von Übungsgeräten sei ein Rotationsprinzip leider nicht umsetzbar, schildert Burbulla. "Sind wir Reha-Sportler Mitglieder zweiter Klasse?", fragt er sich. "Dürfen nur die modernen Gruppen ins neue Haus?" "Nein", sagt Ellen Spora von der Geschäftsstelle des TSV Hochdahl, "so ist es natürlich nicht. Die Samstags-Herzsportgruppe ist immer im Fritz-Hoppe-Haus. Wir haben nur einfach nicht die Kapazität, jeden in diesen Räumen trainieren zu lassen."

Immerhin hat der Verein 3800 Mitglieder, davon 60 Reha-Gruppen. Selbst manche Nachwuchssportler seien ausquartiert, sagt Spora. Im Fritz-Hoppe-Haus gäbe es durchaus Ü-60-Kurse und nicht nur Zumba und Power-Gymnastik für jüngere Mitglieder.

Dass allerdings seit Mai dieses Jahres ein neuer Wirbelsäulengymnastik-Kurs im Fritz-Hoppe-Haus fast genau zu den Trainingszeiten der Mittwoch-Herz-Gruppe stattfindet, fasst Burbulla als puren Hohn auf. Das wäre genau die Zeit gewesen, in der die Herzsportgruppe gerne im neuen Refugium gewesen wäre.

Ab Ende August haben sich nun die Verhältnisse in der Turnhalle Rankestraße verbessert. Sie ist saniert worden. Das erkennt auch Burbulla an. Allerdings sieht er darin nun auch einen Grund mehr, warum der Verein einen Ortswechsel der Herzgruppe weiter ablehnt. Auch sei die Toilette an der Rankestraße immer noch nicht problemlos zugänglich, sagt Burbulla. "Der TSV muss sich fragen lassen, ob es sinnvoll ist, neue Kursteilnehmer anzuwerben und gleichzeitig alte Vereinsmitglieder zu verprellen", sagt er.

"Wir können es leider nicht allen Recht machen", sagt Spora, "zu viele wollen ins Fritz-Hoppe-Haus." Ähnliche Beschwerden gebe aber ansonsten nicht.

(RP)