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Nach Bluttaten in Erkrath und Düsseldorf: Trauerfeier für Anwaltsgehilfin

Nach Bluttaten in Erkrath und Düsseldorf : Trauerfeier für Anwaltsgehilfin

Rund 200 Trauergäste nahmen am Montag Abschied von der Anwaltsgehilfin, die am Freitag vor acht Tagen von einem Amokläufer in der Kanzlei Wacker am Neuenhausplatz erschossen worden war. Die Fassungslosigkeit war unter allen Anwesenden und besonders den nächsten Angehörigen sehr groß.

Die Mutter zweier Mitschüler des Sohnes der Verstorbenen geht niedergeschlagen den Weg zur Kapelle des Waldfriedhofes. "Mein Sohn kann das gar nicht begreifen", sagt sie, "der ist ganz aufgewühlt." Der warme Sonnenschein, der so sanft das Geschehen begleitet, kann niemanden trösten, der am Vormittag an der Trauerfeier teilnimmt.

Vorsorglich kontrolliert die Polizei dezent das Geschehen. "Wir konnten nicht wissen, ob es spontan eine große Solidaritätskundgebung der Bürger gibt", sagte Polizeisprecher Uli Löhe gestern. Dann hätte man eventuell ordnend eingreifen müssen. Insgesamt sind in Düsseldorf und Erkrath drei Opfer des Amokläufers Yanqing T. zu beklagen. Die zwei weiteren sind Anwälte, von denen sich der Täter, ein Düsseldorfer chinesischer Herkunft, nicht gut vertreten fühlte. Weitere Menschen wurden durch die Tat schwer verletzt.

Auch Bürgermeister Arno Werner und seine Stellvertreterin Regina Wedding nahmen gestern an der Feier teil. "Das Mitgefühl der Erkrather Bevölkerung nach den dramatischen Ereignissen ist sehr sehr groß", sagte Arno Werner gestern auf Anfrage. "Die Kapelle konnte nicht alle Trauergäste aufnehmen." Nicht nur den Bürgermeister machte die Grausamkeit der Tat sprachlos.

Anwesend waren gestern Morgen auch die beiden Anwälte der betroffenen Kanzlei vom Neuenhausplatz: Guido Wacker, dem der Anschlag offenbar galt und der durch einen Zufall nicht anwesend war, und sein immer noch gezeichneter körperbehinderter Kompagnon, der schwer verletzt von dem mutigen Nachbarn Florian Ring aus den brennenden Räumen gerettet worden war.

Die Stadt hat der Erkrather jetzt für eine Rettungsmedaille vorgeschlagen.

(RP)