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Bruderschaft feiert das Titularfest

Kabelbrand sorgt für Unterbrechung

Titularfest der Schützen in der Stadthalle: Das Königspaar, Michael Wodicka und Tina Pleß, zieht ein.⇥ RP-Foto: Stephan Köhlen FOTO: Köhlen, Stephan (teph)

ERKRATH Beim Titularfest der Schützenbruderschaft mussten die Gäste für kurze Zeit die Stadthalle verlassen. Das Fest ging dann aber weiter.

Ein Kabelbrand sorgte beim Titularfest der Schützen für Aufregung. Kurz bevor gegen 22 Uhr die langjährigen Mitglieder geehrt werden sollten, gab es  eine Schrecksekunde. Ein Kabelbrand hatte einen Feueralarm ausgelöst und zwang die komplette Feiergesellschaft, die Stadthalle zu räumen und in der null Grad kalten Nacht auszuharren. Feuerwehr und Polizei trafen sehr schnell in großer Anzahl ein, sperrten die Neanderstraße ab und begingen die Stadthalle unter Atemschutz. Glücklicherweise konnte nach 20 Minuten Entwarnung gegeben werden. Dem Vernehmen nach ist ein Kabel im Bereich der Hallentechnik durchgebrannt, was den Rauchmelder auslöste. Da keine weitere Gefahr bestand, konnte die Band „Apetizer“ gegen 22.45 Uhr wieder aufspielen. Zum Glück war der Schaden schnell behoben und das Fest konnte weitergehen.

Das Titularfest begann standesgemäß: Als das Königspaar der St. Sebastianus Bruderschaft, Tina Pleß und Michael Wodicka, zum Titularfest einlud, war die Stadthalle voll besetzt. Der älteste Verein in Erkrath, die Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1484,  hält seit 533 Jahren die Werte „Glaube, Sitte, Heimat“ hoch und engagiert sich für Brauchtum und Soziales in der Stadt am Neandertal. Das Titularfest, das immer im Januar stattfindet, ist zuallererst ein Ball. Doch auch die Schützentradition kam nicht zu kurz und es wurde viel Geld für den guten Zweck verteilt.

Info

Bruderschaften im Mittelalter gegründet

Die St. Sebastianus Bruderschaften haben von jeher am Niederrhein eine Heimstätte gefunden. Ihre Entstehung fällt  in die Zeit des christlichen Mittelalters. Einerseits dienten diese Vereinigungen zum Schutze gegen das Raubrittertum, außerdem wurden sie eingeführt zur Abwehr gegen die Pest.

Als Erster Brudermeister Wolfgang Heß sämtliche Ehrengäste namentlich begrüßte, konnte man meinen, die Prominenz sei unter sich und der Rest seien uniformierte Mitglieder. Doch auch einige „normale“ Bürger hatten den Weg in die Stadthalle gefunden. Der Karnevalsausschuss Unterbach musste sich eine „Rüge“ anhören: Auf deren Internetseite hieß es, das Prinzenpaar Susanne und Klaus herrsche über „Unterbach und Erkrath“. „Das ist natürlich ein No-go“ sagte Wolfgang Heß. „Wir brauchen unbedingt wieder ein eigenes Prinzenpaar“. Nachdem das Ehepaar Reuner für seine Diamantene Hochzeit (60 Jahre) geehrt wurde, spielte die Kapelle „Apetizer“ zum ersten Tanz auf. Tatsächlich trauten sich schon zu früher Stunde einige Paare auf die Tanzfläche und boten mit klassischen Standard-Tänzen durchaus eine gute Figur. Die übrigen Gäste blieben zunächst an ihren Tischen und genossen das Catering vom Erkrather Hof. Bürgermeister Christoph Schultz überbrachte den Jubilaren Sonja und Horst Reuner die Glückwünsche der Regierungspräsidentin und lobte das Engagement der Sebastianer.

Der Spendenscheck der St. Sebastianus Bruderschaft ging in diesem Jahr an das Franziskus-Hospiz in Hochdahl, und unter den Gästen wurde noch Geld für den Kindergarten von St. Johannes der Täufer gesammelt. „Nach 530 Jahren ist es wichtig, uns selbst zu reflektieren und besser zu werden“, sagte Wolfgang Heß. Der Charakter des Vereins bleibe derselbe, doch Art und Weise müsse immer wieder an die heutige Zeit angepasst werden.