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Stationsbericht: Erkraths Bahnhof fällt bei VRR-Prüfern durch

Stationsbericht : Erkraths Bahnhof fällt bei VRR-Prüfern durch

(hup) Viermal im Jahr verschaffen sich Profi-Tester einen Überblick über den Zustand aller Bahnhöfe und Haltepunkte im Gebiet des VRR und bewerten deren Sauberkeit, Verschmierung mit Graffiti und Funktionsfähigkeit.

Im Städtedreieck Mettmann-Erkrath-Wülfrath erhielten die Stationen Erkrath, Hochdahl, Gruiten und Langenfeld-Berghausen dabei für 2019 insgesamt einen roten Punkt: „Nicht akzeptabel“ heißt das in der Bewertung der Tester, wobei Erkrath und Gruiten die meisten Minuspunkte kassierten.

Schlecht bewertet wurde dabei vor allem das Kriterium „Graffiti“ im Zugangsbereich und am Bahnsteig. Diese tragen nach Ansicht der Fahrgäste erheblich zum negativen Eindruck einer Station bei. In dieser Kategorie kassierten allerdings bis auf Mettmann-Zentrum alle überprüften Haltepunkte im Kreis eine schlechte Note.

Für Sauberkeit und Funktion im Zugang bekommt Erkrath immerhin jeweils noch eine gelbe Karte, am Bahnsteig wurde der Bereich Funktion mit grün bewertet, also für in Ordnung befunden. Erkrath Nord kommt dagegen als Musterknabe unter den Haltepunkten daher. Bis auf Graffiti im Zugang war für die Tester dort alles im grünen Bereich.

Für Erkrath wird auf eine Verbesserung der Situation durch die Modernisierungsoffensive (kurz „Mof“) der Bahn gehofft: Erkrath ist eine von 21 Stationen im VRR-Bezirk, die überarbeitet werden soll. Der Bahnsteig wird auf 76 Zentimeter abgesenkt, Personenunterführung und Bahnsteigausstattung werden erneuert. Allerdings ist Geduld angesagt: Die Modernisierung soll bis zum Jahr 2023 erfolgen.

Auch noch leidlich ordentlich schneidet Hochdahl-Millrath ab, mit zweimal Grün für Sauberkeit und Funktion im Zugangsbereich und zweimal Grün für Graffiti und Funktion, aber auch einmal Gelb für Sauberkeit auf dem Bahnsteig. In Hochdahl sind den Testern vor allem die Graffiti im Zugang und auf dem Bahnsteig negativ aufgefallen. Für Sauberkeit gab es jeweils die gelbe Karte und lediglich für Funktion einen grünen Punkt.

Viermal im Jahr erfassen die VRR-Tester den Zustand aller Bahnhöfe und Haltepunkte im Verbundraum. Dabei wird die Gesamtbewertung einer Station in eine detaillierte Bewertung der Zugangsbereiche und Bahnsteige unterteilt. Mit Blick auf das Erscheinungsbild erhielten im Jahr 2019 131 Stationen die Bewertung „akzeptabel”, 93 Stationen wurden mit „noch akzeptabel” bewertet und in 73 Fällen vergaben die Tester das Urteil „nicht akzeptabel”.

Dies waren im Vorjahr noch 61 Bahnhöfe – der Zustand der Haltepunkte hat sich folglich insgesamt weiter verschlechtert. „Wir sehen an den SPNV-Stationen im Verbundgebiet nach wie vor deutlichen Handlungsbedarf. Da es zwischen dem VRR und den Infrastrukturbetreibern keine vertraglichen Beziehungen gibt, können wir hierauf leider nicht direkt hinwirken“, betont Ronald Lünser vom VRR.

Im Hinblick auf die Sauberkeit der Stationen gab es von den VRR-Testern wenig zu bemängeln. Die Funktion der Ausstattung wurde ebenfalls ähnlich gut wie im Jahr 2018 bewertet. Negativ wirkte sich aus, dass weiterhin einige Lampen sowohl in den Zugangsbereichen als auch auf den Bahnsteigen defekt sind. Zudem sind auf einigen Bahnsteigen keine transparenten Wetterschutzeinrichtungen vorhanden.