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Stadtrat Erkrath: Tennissportanlage Freiheitstraße soll bleiben

Politik in Erkrath : Politik: Tennissportanlage soll bleiben

Das öffentliche Interesse wiegt nach Ansicht der Ratsmehrheit schwerer als die Privatinteressen eines Eigentümers. Daher soll jetzt ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden.

Im Stadtrat besteht weitgehend Einigkeit, die Tennisanlage an der Freiheitstraße auch über 2025 hinaus erhalten zu wollen. Zu diesem Zweck wurde nun der Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan gefasst, der die Zweckbindung des Plangebiets als Tennissportanlage festschreiben soll.

Die neue Eigentümerin des Grundstücks hatte den Pachtvertrag mit dem Nutzer „TC Blau-Weiß Erkrath“ mit Wirkung zum Ende 2025 gekündigt und will wohl Wohnbebauung im südlichen Teil errichten lassen. Der Flächennutzungsplan weist das 15.420 Quadratmeter große Areal als „private Grünfläche mit der Zweckbestimmung Freizeiteinrichtung“ aus, ein Bebauungsplan existiert bisher nicht.

Daher wäre es aktuell noch zulässig, dass der Grundstückseigentümer die Nutzung ändert, vertragliche Beziehungen und deren Kündigungen sind ohnehin Privatrecht. Doch politisch ist das nicht gewollt. Die Anlage an der Freiheitstraße ist die einzige Tennissportanlage in Alt-Erkrath und hat somit eine wichtige Funktion für den Sport- und Freizeitbereich im gesamten Stadtteil. Die Verwaltung schreibt in ihrer Vorlage: „Durch ein wohnortnahes Angebot von Sportstätten soll den Bedürfnissen der Bevölkerung nach Freizeit und Sport Rechnung getragen werden. Der Standort Freiheitstraße zeichnet sich hier insbesondere durch die innerörtliche Lage und eine gute verkehrliche Anbindung und Erreichbarkeit aus“.

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Das öffentliche Interesse wiegt nach Ansicht der Ratsmehrheit schwerer als die Privatinteressen eines Eigentümers oder Investors. Daher soll nun ein Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren (ohne Umweltprüfung) aufgestellt werden, was wegen der geringen Größe des Areals auch zulässig ist. Unsicherheit besteht aber, ob dadurch tatsächlich erreicht werden kann, dass die Eigentümerin ihre Kündigung an den Tennisclub zurücknimmt.

„Jetzt geht es darum, das Möglichste zu tun. Aber wir plädieren stark dafür, auch einen Plan B zu entwickeln“, sagt Peter Knitsch (Grüne). Sollte der Tennisclub weichen müssen, sollten ihm andere Flächen zur Verfügung gestellt werden, etwa in der Gink, wie Knitsch vorschlägt. Die Verwaltung erklärt jedoch, dass alternative Flächen in Alt-Erkrath nicht zur Verfügung stehen.

Ungewöhnliche Zustimmung bekam Peter Knitsch von der FDP: „Ich finde auch, dass wir andere Flächen suchen sollten. Die Freiheitstraße ist eine Fläche, die sich für Wohnraum eignet und das auch sein sollte“, sagte Fraktionschef Ralf Lenger. Bürgermeister Christoph Schultz widersprach: „Das klingt nach dem Prinzip ‚Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren‘. Wir wollen an dieser Fläche als Sportfläche festhalten“.

Tatsächlich stand die FDP mit ihrer Position am Ende alleine da. Detlef Ehlert (SPD) stellte klar: „Es ist keine Alternative da, insofern brauchen wir keinen Plan B. Wir sollten keine Hoffnung für Privatinteressen wecken“. Auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Jöbges fand, dass ein Plan B die Position des TC Blau-Weiß schwächen würde. So wurde der Aufstellungsbeschluss mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der FDP gefasst.