Erkrath: Spielen auf dem Ex-Schulhof ist verboten

Erkrath: Spielen auf dem Ex-Schulhof ist verboten

Millrather Eltern ärgern sich: Der Hof an der ehemaligen Realschule Schmiedestraße ist kein Spielplatz, sagt die Stadt.

Die Situation erinnere fatal an das Dilemma mit den Hockey-Toren auf dem Hof der Regenbogenschule, sagen Detlef Ehlert und Marianne Söhnchen von der SPD. Die Tore mussten damals abgebaut werden, weil dort das Spielen außerhalb der Schulzeiten verboten war und sich Nachbarn über den Lärm beschwert hatten. Nun geht es um den Schulhof der ehemaligen Realschule an der Schmiedestraße. Vor mehr als zwei Wochen hatte die Bürgerin und SPD-Ratskandidatin Victoria Greeven an den Bürgermeister der Stadt geschrieben und ihm ein Problem geschildert, das derzeit viele Menschen in Millrath bewege: spielende Kinder seien vom Hausmeister von dort verjagt worden, berichtet sie.

Greeven dazu: "Dadurch ist den Kindern die Möglichkeit genommen, auf einer der wenigen autofreien und somit sicheren Flächen Fahrrad zu fahren, Fußball zu spielen oder einfach nur zu toben. Wenn Hochdahl attraktiv für Familien sein soll, dann muss die Stadt auch dafür sorgen, dass die Kinder dort spielen können", so Victoria Greeven. Freizeitangebote seien in Hochdahl ohnehin Mangelware.

Schilder auf dem ehemaligen Schulhof besagten, das Gelände dürfe nur von berechtigten Personen, also Besuchern vom Internationalen Kulturzentrum (IKZ), der VHS und der Tafel betreten werden. Diese Situation sei absurd. Darüber hinaus wirft die SPD Bürgermeister Arno Werner Unhöflichkeit und Bürgerfeindlichkeit vor, weil er nach über zwei Wochen auf den Brief der Bürgerin nicht reagiert habe.

Im nächsten Haupt- und Finanzausschuss am 20. Mai will die SPD nun von der Verwaltung wissen, warum der Schulhof für das allgemeine Spielen gesperrt wurde. Wie auch der Stadtrat es seinerzeit erreicht habe, dass die Tore an der Regenbogenschule wieder aufgestellt wurden, "erwarten wir in Millrath eine klare kinderfreundliche Regelung", so Ehlert und Söhnchen. Brigitte Wessel vom Immobilienmanagement der Stadt Erkrath stellt klar: "An der Schmiedestraße ist keine Schule mehr und der Hof ist kein Schulhof, der unter die entsprechenden Bestimmungen fällt." Dort würden Autos fahren, die die Tafel beliefern und die Schüler der VHS könnten während des Unterrichts keine Störungen gebrauchen. "Wir wollen nicht, dass Kinder in das Gebäude laufen und dort eventuell eingeschlossen werden", sagt Wessel weiter. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass Kinder, die Eltern oder Großeltern von Mitschülern als Tafel-Empfänger identifizieren würden, was denen unangenehm sein könnte. Dass die Angehörigen der Besucher von Tafel, IKZ und VHS sich dort aufhielten, sei etwas anderes und müsse nicht unterbunden werden. "Das ist nur kein Spielplatz und kein Schulhof."

Doch Victoria Greeven hat noch Hoffnung: "Sollte das ein haftungsrechtliches Problem sein, bin ich sicher, dass es dafür eine Lösungsmöglichkeit gibt, so sie denn gewollt ist. Statt neuer Verbotsschilder sollten da eher Schilder stehen mit der Aufschrift "Spielen erwünscht - allerdings haftet die Stadt nicht."

(RP)