Hochdahl Seniorenwohnen mit Kita-Aussicht

Erkrath · Keiner lebt für sich allein: Das Konzept „Alt und Jung“ wird im Johanniter-Haus an der Hildener Straße in Hochdahl mit prallem Leben gefüllt.

 Bewohnerin Marlene Terfort geht das Herz auf, wenn sie vom Balkon des Johanniter-Hauses aus den Kita-Kindern beim Spielen zusieht.

Bewohnerin Marlene Terfort geht das Herz auf, wenn sie vom Balkon des Johanniter-Hauses aus den Kita-Kindern beim Spielen zusieht.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Wenn Marlene Terfort vom großen Balkon des Johanniter-Hauses in den Innenhof schaut, geht ihr regelmäßig das Herz auf: Sie freut sich über den Anblick der Kita-Kinder, die nicht nur morgens gebracht und mittags oder nachmittgas abgeholt werden, sondern auch den Innenhof sowie den „Garten der Sinne“ in der Anlage genauso nutzen wie die Bewohner des „Johanniter-Haus Erkrath“ an der Hildener Straße in Hochdahl.

Und da geht es ganz schön lebhaft zu. „Noch schöner ist, dass meine Wohnung nach hinten hinaus zum Freigelände der Kita liegt. Wenn die Kinder im Außengelände spielen, freue ich mich immer über ihr fröhliches Geplauder und Lachen,“ erzählt die Bewohnerin des seit Oktober 1999 betriebenen Komplexes, der neben der Kita und 23 Wohnungen für Senioren auch eine Begegnungsstätte umfasst. „Bei uns ist niemand allein“, bringt Gabriele Gründker das Konzept „Alt und Jung – leben unter einem Dach“ auf den Punkt.

„Bei uns können die Bewohnerinnen und Bewohner mit Hausschuhen zu den angebotenen Kursen gehen,“ schmunzelt sie, darauf anspielend, dass der gemütlich eingerichtete Raum der Begegnungsstätte direkt über die Hausflure mit den Wohnungen für Einzelpersonen und Ehepaaren erreichbar ist. Seit zweieinhalb Jahren leitet Gründker den Bereich „Wohnen mit Service“ und ist von dem Konzept restlos überzeugt: „Unsere Bewohner und die Kinder begegnen sich bei so vielen Gelegenheiten und diese Begegnungen sind für beide Altersgruppen immer wertvoll“.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Eva Flander, der Leiterin der Begegnungsstätte, bildet Gabriele Gründker ein Team, das immer für neue kreative Ideen gut ist – gerade in Zeiten von Corona. Denn Vieles, was im Jahresrhythmus fest eingeplant ist, konnte aufgrund der Pandemie-begründeten Einschränkungen nicht wie gewohnt stattfinden. „Doch wir finden immer eine Alternative“, so die engagierte Frau – und erzählt zum Beispiel, wie diesmal St. Martin gefeiert wurde: Die Kita-Kinder sind natürlich nicht wie gewohnt von Wohnung zu Wohnung gezogen und haben gesungen, sie haben sich stattdessen mit ihren selbst gebastelten Laternen am Martinsfeuer im Innenhof versammelt und ein Martinsstück für die Senioren aufgeführt. „Außerdem hatten die Kinder für die Bewohner kleine Laternen gebastelt,“ berichtet Desiree Mattern, die Leiterin der Kita, die ebenfalls ein Fan des generationenübergreifenden Konzepts ist. So konnten die Bewohner ebenso wie die Kinder verfolgen, wie beim „Kükenprojekt“ schließlich elf Küken aus den Eiern im Brutkasten schlüpften. Dieser stand nämlich am Fenster der Kita, so dass die Senioren ihn von außen gut im Blick hatten.

Auch der Nikolaus habe Senioren und Kita-Kinder gleichermaßen mit Süßigkeiten bedacht.  Für die Bewohner endete der Tag mit der Teilnahme an dem von den beiden Kirchen organisierten lebendigen Adventskalender. Zu Punsch und Lebkuchen gab es eine Vorlesestunde mit selbst verfassten Mutmach-Geschichten, berichtet Gabriele Gründker von einem weiteren, im Frühjahr gestarteten, ebenfalls generationenübergreifenden Projekt: Ein Team aus je einer Besucherin oder einem Besucher der Begegnungsstätte „Alt und Jung“ sowie je einer Schülerin oder ein Schüler des Gymnasiums am Neandertal, der Realschule Hochdahl oder der GGS Erkrath haben sich gemeinsam eine Geschichte zum Thema „Mut machen“ ausgedacht und niedergeschriebem. Eine Sammlung aller  Geschichten liegt nun als gebundenes Heftchen vor.

Und das ist sicher nicht das letzte Projekt, das Senioren mit den Kita-Kindern im Haus sowie externen Kindern und Jugendlichen zusammenbringen wird. Vielleicht schon bei der (unter Einhaltung der 2G-Regel) geplanten Weihnachtsfeier: Im vergangenen Jahr überrachten drei junge Musiker die Bewohner mit Weihnachtsleidern.

Es sind solche Begegnungen, die das Konzept „Alt und Jung“ im Johanniter-Haus mit Leben füllen.

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