Erkrath: Realschule schafft mehr Sportangebote

Erkrath: Realschule schafft mehr Sportangebote

Der TSV und die Realschule Hochdahl haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Sie wollen ab sofort gemeinsame Sache machen - zumindest im sportlichen Bereich. Und deshalb haben die Realschule Hochdahl und der TSV Hochdahl jetzt einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Es ist Fakt: in Zeiten von Smartphone und Computergames mangelt es Kindern und Jugendlichen an Bewegung und sozialen Kontakten, Wahrnehmung und Motorik sind häufig ungeschult. "Als ich vor gut einem Jahr die Rektorenstelle an der Realschule übernommen habe, war eine Kooperation mit ansässigen Sportvereinen eins meiner Hauptanliegen", erklärt Uwe Heidelberg und freut sich ganz offensichtlich, dass sich sein großer Wunsch nun erfüllt.

Ab dem kommenden Schuljahr, wird der TSV Hochdahl wöchentlich eine AG anbieten, vorerst für die Schüler der Klassen 5 bis 7. "Es gibt keinen festen sportlichen Ablauf", erklärt Christopher Holte, der als Trainer bereits mehrere Sport AGs an anderen Schulen betreut, "aber wir werden definitiv in den ersten Wochen mit Ringen und Raufen beginnen, damit die Kinder erst einmal ein Körpergefühl entwickeln." Co-Trainer Taha Mansour nickt zustimmend. "So eine AG bedeutet viel mehr als Bewegung. Es geht um Gemeinschaft, um Zusammenhalt, um Teamgeist. Daher werden wir auch Spiele anbieten, die das fördern, etwa Ballsportarten, wie Volley- oder Handball." Daneben ist auf jeden Fall die Teilnahme am Neandertal-Lauf fest eingeplant.

Eine vertragliche Kooperation mit dem TSV gibt es bereits an vielen Erkrather Schulen. Für Sozialpädagogin Gabriela Klosa, die auch das Jugendzentrum des TSV im Bürgertreff leitet, hat diese intensive Form der Zusammenarbeit weitere Vorteile. "In diesen AGs geht es um ein niederschwelliges Angebot, dass bedeutet, es gibt zum Beispiel keinen Wettkampfgedanken, wie es ja in Vereinen oft der Fall ist. Wir wollen in erster Linie die Freude an der Bewegung erwecken, wir möchten, dass die Kinder Spaß daran haben, im Team etwas zu erleben." Dazu käme, so Gabriela Klosa, dass sich automatisch die Zusammenarbeit mit dem TSV und seinem vielseitigen Angebot intensiviere. In dem Ratinger Verein "Interaktiv", der auch den Ganztag an der Realschule organisiert, haben die Vertragsparteien einen weiteren Partner gefunden, der die künftige Zusammenarbeit finanziert.

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Auch "starke Mädchen, coole Jungs" ist ein Projekt, das vom TSV angeboten wird und demnächst an der Realschule startet, die Kosten dafür übernimmt die Stadt Erkrath. "Dieses Projekt wollen wir mit den Fünftklässlern machen, es geht schwerpunktmäßig auch um Gewaltprävention, und damit kann man nicht früh genug anfangen", erläutert Schulleiter Uwe Heidelberg. Der Mettmanner leitet derzeit neben der Realschule in Hochdahl eine Weitere in Velbert, die aber zum Ende diesen Schuljahres schließt. Dann kann der Vater dreier Söhne sich voll und ganz auf seine berufliche Zukunft in Erkrath konzentrieren. Neben der Stärkung des sportlichen Bereichs möchte der engagierte Pädagoge im kommenden Jahr auch das kulturelle Angebot ausbauen. Was genau er plant, steht noch ein wenig in den Sternen. "Wir nehmen das sportlich und schauen konkret, wenn es soweit ist", sagt Heidelberg mit einem Augenzwinkern. Wichtig ist ihm nur eins: "Wie versuchen nicht, durch solche Angebote den allseits herrschenden Lehrermangel aufzufangen. Ganz im Gegenteil: wir verstehen dies alles als zusätzliche Fördermöglichkeiten."

Nach den Sommerferien können sich die Schüler also auf ein noch vielseitigeres und spannenderes AG Angebot freuen.

(dani)
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