Erkrath: Rampe ist fertig - Übergang wird gesperrt

Erkrath: Rampe ist fertig - Übergang wird gesperrt

Die behindertengerechte Unterführung am Hochdahler Bahnhof ist mit halbjähriger Verspätung fertig geworden. Ein paar Zusatzarbeiten stehen noch an. Der Aufzug zum Bahnsteig folgt erst im Jahr 2017.

So richtig scheinen die Hochdahler noch nicht realisiert zu haben, dass die Rampe am Hochdahler Bahnhof endlich fertig und passierbar ist. Noch immer nutzten gestern einige Fußgänger statt der Unterführung den beschrankten Bahnübergang an der Hildener Straße, um von einem Teil des Stadtteils in den anderen zu kommen.

Der Bahnübergang aber soll laut Michael Käufer von der DB Netz in den nächsten Tagen komplett gesperrt werden. Ein Zaun soll bis Oktober dafür sorgen, dass weder Fußgänger noch Radfahrer an dieser Stelle die Schienen überqueren. Ab Oktober wird der Bahnübergang dann zurückgebaut, also baulich so verändert, dass dort wirklich niemand mehr auf die Schnelle durchschlüpfen kann.

Anlässlich der Fast-Fertiggestellung der behindertengerechten Rampe hatte die Deutsche Bahn für gestern zu einer Baustellenbegehung eingeladen. "Das ist keine Einweihung", betonten die Verantwortlichen mehrfach, denn ganz fertig ist der Bauabschnitt eben noch nicht. "Es fehlen noch ein paar Geländer entlang der Rampe, eine Treppenanlage wird noch gebaut, und es muss noch ein Stück asphaltiert werden", sagte Projektleiter Stephan Goertz. Bis Ende Juni soll der Bauabschnitt aber komplett abgeschlossen sein.

Vorausgesetzt, es kommt nicht erneut zu Verzögerungen. Denn die haben in der jüngsten Vergangenheit die Fertigstellung der Rampe mehrfach verschoben. Ursprünglich sollte mit der Baustelle schon im Oktober 2014 Schluss sein. Dann hieß es Ende April 2015\. Hauptgrund für die Verzögerungen sollen Kabel der Unitymedia und der Telekom gewesen sein, die unerwartet im Boden gefunden worden waren.

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Dank Michael Käufer konnte zumindest das Schlimmste verhindert werden. Denn eigentlich sollte im Zuge der Baumaßnahmen der schienengleiche Bahnübergang schon vor gut zwei Jahren geschlossen werden. Doch in enger Absprache mit der Stadt und der Kommunalpolitik sorgte Käufer dafür, dass bis jetzt der Übergang offen blieb. Vor allem Behinderte und Eltern mit Kinderwagen hätten sonst einen Umweg von mehreren hundert Metern in Kauf nehmen müssen. Für seinen Einsatz bekam Michael Käufer gestern sogar spontanen Applaus von den Bürgern.

Der barrierefreie Durchgang ist nun für alle möglich, jedoch nicht der Zugang zum Bahnsteig. Nach wie vor sind Mütter mit Kinderwagen auf die Hilfe von Passanten angewiesen, die mit ihnen gemeinsam den Wagen die Treppe hoch oder hinunter tragen. Das wird auch noch etwa zwei Jahre so bleiben. Der Einbau des geplanten Aufzugs ist nämlich erst für das Jahr 2017 geplant, wie Stephan Goertz erklärte. Gleichzeitig wird auch der komplette Bahnsteig saniert.

Bis dahin soll zudem das Gleisbett aufgeschottert werden, damit die Reisenden künftig direkt auf Bahnsteighöhe in den Zug einsteigen können. Dann könnten auch Behinderte mit Rollstuhl ohne fremde Hilfe den Bahnsteig erreichen und in den Zug gelangen.

Die Gelder für die gesamte Baumaßnahme sind bereits eingestellt, also auch die für den Aufzug. Insgesamt sind das 3,5 Millionen Euro.

(RP)
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