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Politik in Erkrath: Linke wollen Stadtweiher mit Regenwasser retten.

Politik in Erkrath : Linke: Stadtweiher mit Regenwasser retten

Mit dem Dach- und Oberflächenwasser aus einem Gebiet zwischen dem Hochdahler Markt und dem Bürgerhaus soll der Weiher gespeist werden.

Der Betriebsausschuss für den städtischen Abwasserbetrieb hat eine Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung beschlossen. Die Abwicklung der Gebührenzahlungen erfolgt künftig nicht mehr über die Stadtwerke, sondern direkt über den Fachbereich Finanzen der Stadtverwaltung. Die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser werden ebenfalls angepasst, was aber erst im Rat verabschiedet werden soll. Die Sitzung des sonst eher nüchternen Betriebsausschusses hätte diesmal auch für die Allgemeinheit spannend sein sollen, doch die Diskussion über Maßnahmen zur Rettung des Stadtweihers musste verschoben werden.

Die Fraktion von Die Linke hatte einen entsprechenden Antrag gerade noch fristgerecht (18. November) eingereicht, doch die Verwaltung hatte es in den kurzen zwei Wochen nicht geschafft, eine Sitzungsvorlage, also eine schriftliche Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag, anzufertigen. So stand der Punkt zwar auf der Tagesordnung, jedoch ohne jegliche Unterlagen im Ratsinformationssystem. Der Antrag der Linken ist öffentlich nur auf deren Website einzusehen und umfasst drei Punkte: Der Abwasserbetrieb solle eine in 2020 geprüfte Abklemmung von Dachflächen am Stadtweiher durchführen, um das Regenwasser in den Teich einleiten zu können. Zweitens solle geprüft werden, was es kosten würde, auch das Dach- und Oberflächenwasser vom Hochdahler Markt bis zum Bürgerhaus in den Kattendahler Graben und den Sedentaler Bach einzuleiten.

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Drittens solle der Abwasserbetrieb grundsätzlich die Möglichkeit einer Umstellung vom sogenannten Mischwassersystem auf ein Trennsystem prüfen. Die Linke argumentiert, dass das Kanalnetz sowieso in den nächsten Jahren saniert werde müsse und ein Trennsystem besser für die Umwelt und insbesondere für den Grundwasserspiegel sei. „Regenwasser gehört nicht in die Kanalisation, sondern soll dem Naturhaushalt möglichst direkt wieder zugeführt werden“, heißt es in der Antragsbegründung. Dies sei bei der Planung der Neuen Stadt Hochdahl in den 1960er Jahren nicht ausreichend berücksichtigt worden, und nun seien zu viele Flächen versiegelt. Die Wiederherstellung des Stadtweihers sei ein konkreter Anlass und könne mit „vielen kleinen Maßnahmen“ erreicht werden.

Karsten Ditscheid, Leiter des Abwasserbetriebs, warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen: Die Kosten für Punkt 1 seien zu hoch für eine relativ kleine Fläche. Den Rest wolle man aber prüfen und in der nächsten Sitzung vorlegen. Insbesondere das Trennsystem habe gute Chancen, wobei die Fachwelt gespalten sei und nicht alle Experten das Trennsystem als das „Nonplusultra“ ansähen. Marc Göckeritz (Grüne) sprach sich dafür aus, die Punkte 2 und 3 trotz fehlender Vorlage zu beschließen; doch Marc Hildebrand (CDU) stellte klar, dass seine Fraktion etwas Schriftliches in der Hand haben wolle, um es intern zu beraten. Jan Pfeifer (SPD) sah das ähnlich und empfahl zudem, erst einmal die Einschätzung des zweiten unabhängigen Gutachters zum Stadtweiher abzuwarten.