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Politik in Erkrath: Kinder sollen wieder schwimmen lernen

Politik in Erkrath : Kinder sollen wieder schwimmen lernen

Durch die Hygieneregeln der Corona-Pandemie hat ein ganzer Jahrgang Mädchen und Jungen keinen Schwimmunterricht bekommen. Damit sich dies rasch ändert, soll es in Erkrath einen Runden Tisch geben.

Durch die Corona-bedingte Schließung der Schwimmbäder hat bereits ein ganzer Jahrgang von Kindern nicht ordentlich schwimmen lernen können. Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat nun angeregt, dass die Politik auf Vereine und Schulen zugehen solle, damit diese sich um zusätzliche Kursangebote bemühen, sobald die Bäder wieder öffnen dürfen. Im Ausschuss für Sport und Kultur (ASK) bestand über alle Parteien hinweg Einigkeit, dass alle Kinder schwimmen lernen sollten und der Antrag der Grünen zu unterstützen sei.

In ihrer Antragsbegründung schreiben die Grünen, dass bereits vor der Pandemie jedes dritte Kind nicht oder nicht ausreichend schwimmen gelernt habe. Die Verschärfung der Situation erhöhe die Gefahr für Kinder, zu ertrinken, und es fehle ihnen die Fähigkeit, dem Schwimmen als einem idealen Sport zur Gesundheitsvorsorge nachzugehen.

Die Stadtverwaltung ist unterdessen selbst tätig geworden und hat die Stadtwerke als Betreiber des Erkrather Neanderbades sowie die Vereine TSV Hochdahl, TuS Erkrath und DLRG Ortsgruppe Erkrath angeschrieben. Ein „Runder Tisch“ mit allen Akteuren des Schwimmsports soll einberufen werden, um sämtliche Möglichkeiten für zusätzliche Kursangebote zu prüfen. TSV und DLRG räumen die Notwendigkeit für zusätzliche Schwimmkurse und Schwimmangebote ein. Beide Vereine geben aber zu bedenken, dass sie selbst lange Wartelisten ihrer Mitglieder für Schwimmkurse haben, die sie wegen der Pandemie bislang noch nicht abarbeiten konnten.

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„Der Antrag ist zu begrüßen“, sagte Bürgermeister Christoph Schultz im Ausschuss für Sport und Kultur; „Aber ich glaube, wir müssen noch einen Schritt weiter denken.“ Es seien die Schulen, die den direktesten Zugang zu allen Kindern in Erkrath hätten. Daher sollte auch den Schulen mehr Fläche im Neanderbad für Schwimmunterricht im Rahmen des Schulsports angeboten werden. „Da Zeit und Fläche begrenzt sind, kann dies zu Konflikten mit der Allgemeinheit führen“. Das sei ein schönes Beispiel, wo die Politik Einfluss nehmen könne, um für eine notwendige Sache um Verständnis zu werben. Die betroffenen Ratsmitglieder sollten das Anliegen im Aufsichtsrat der Stadtwerke einbringen und durchsetzen.

Bei den Gesprächen mit den Anbietern von Schwimmkursen solle man mehrstufig vorgehen, schlug der Bürgermeister vor. Zuerst seien die Vereine und dann die Schulen anzusprechen, da diese sehr problemlos zugängig seien. Hans-Georg Saur (FDP) schlug vor, auch den privaten Schwimmschulen einen verbesserten Zugang zu den Wasserflächen zu ermöglichen und sie mit an den „Runden Tisch“ zu nehmen.

Christoph Schultz warnte davor, den Beschluss zu „überfrachten“, und auch Sandra Gehrke (SPD) sprach sich dafür aus, in einem ersten Schritt die Schulen in die Pflicht zu nehmen. Reinhard Knitsch von den Grünen fasste die Diskussion zu einem modifizierten Antrag zusammen: Der „Runde Tisch“ soll einberufen werden und der Ausschuss für Sport und Kultur appelliert an den Aufsichtsrat der Stadtwerke, die Vorstände der Vereine und die Leitungen und Sportlehrer der Schulen, mehr Flächen und Schwimmzeiten für den Schwimmunterricht im Neanderbad zur Verfügung zu stellen. Der Beschluss fiel einstimmig bei einer Enthaltung aus den Reihen der FDP.