Politik berät über Zukunft der Realschule Schmiedestraße

Raumnot in Erkrath : Politik berät über Zukunft der Realschule Schmiedestraße

Die Stadtverwaltung will über das Gebäude bis mindestens 2023 verfügen, weil sie es als Ausweichquartier für diverse Schulen gut brauchen kann.

(arue) Nun wird die Sache konkret: Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Erkrath wird am Dienstag, 3. Dezember, darüber beraten, seinen im Januar 2017 gefassten Beschluss über die Zukunft der ehemaligen Realschule Schmiedestraße bis 2023 auszusetzen.

Vor zwei Jahren hatte der Hauptausschuss zugestimmt, Gebäude und Grundstück der Initiativgruppe „Dependance“ „dringlich gesichert zur Verfügung zu stellen“, damit diese dort eine nicht gewinnorientierte, moderne Seniorenwohnanlage gründen kann. Diese Pläne aber landeten zuletzt in der Warteschleife, als ein Übergangsquartier für die abgebrannte Schule Sandheide gesucht und im ehemaligen Realschulgebäude gefunden wurde – das die Stadtverwaltung für diesen Zweck mit rund 600.000 Euro erst noch ertüchtigen lassen musste. Erst in etwa fünf Jahren, so heißt es vom Beigeordneten Ulrich Schwab-Bachmann, könne erst mit dem Neubau der Grundschule gerechnet werden.

Das Geld für den Umbau der Realschule soll nun nicht umsonst investiert sein; außerdem zeichnet sich ab, dass die Stadt die alte Realschule auch in Zukunft gut zur eigenen Nutzung gebrauchen könnte – fünf Jahre lang als Ersatz für die neu zu bauende Grundschule Sandheide, danach als Ergänzung für das Gymnasium Hochdahl zur Abdeckung weiteren Raumberdarfs durch die Umstellung auf G9, zur Offenen Ganztagsschule Millrath oder für Kurse von Jugendmusik- und Volkshochschule. Auch sei nicht absehbar, ob die Räume nicht auch im Zuge des Ausbaus des „Campus Sandheide“ gebraucht werden. Insofern sei eine Verfügung über das Grundstück zum jetzigen Zeitpunkt „verfrüht“, argumentiert die Stadtverwaltung in einer Vorlage, über die der Hauptausschuss am Dienstagabend diskutieren wird.

Eine vertrackte Lage für die Baugruppe „Dependance“ rund um den Architekten Wolfgang Teiwes, die bereits in Vorleistungen getreten sein will. „Es ist wirklich nicht zumutbar, noch weitere fünf Jahre in der Luft zu hängen. Wir brauchen jetzt Rechtssicherheit“, sagte Teiwes kürzlich im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Stadtverwaltung berichtet hingegen, dass das Projekt „in Ermangelung konkreter Vertragsvorlagen und hinreichender Konkretisierung durch die Initiative“ bislang nicht umgesetzt worden sei. Erst im Juni habe der Bürgermeister erfahren, dass die Baugruppe das Wohnprojekt weiterverfolgen werde. Am 1. Juni brannte jedoch auch die Grundschule Sandheide komplett nieder. Eine Zwickmühle also, über die jetzt der Hauptausschuss beraten muss. SPD und Grüne haben bereits angekündigt, beim ursprünglichen Beschluss bleiben zu wollen.

Der Ausschuss tagt am Dienstag, 3. Dezember, 17 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses, Bahnstraße 16.