Ökumenisches Bildungswerk Hochdahl

Erkrath : Erkrath erwartet Polit-Prominenz

Das Ökumenische Bildungswerk Hochdahl hat namhafte Referenten eingeladen.

Es ist wieder ein breites Themenspektrum, das das Ökumenische Bildungswerk Hochdahl (ÖBH) mit seinem Veranstaltungskalender des Winterhalbjahres 2018/2019 abdeckt. „Die Mischung ist vielseitig geworden“, meint auch der evangelische Pfarrer Lutz Martini. Den Auftakt macht sofort ein sozialkritischer Vortrag mit dem Titel „Politische und gesellschaftliche Folgen der sozialen Spaltung“, den am 13. September der Professor für Politikwissenschaft Christoph Butterwegge halten wird. „Er hat insbesondere in der Armutsforschung viel veröffentlicht“, weiß Martini. Obwohl Butterwegge inzwischen im Ruhestand ist, wird er in den Medien immer wieder zur sozialen Spaltung zitiert. „Wir haben uns dieses Themas angenommen, weil es immer stärker im Gespräch ist“, sagt Martini. „Es scheint, als ob uns unsere alte Gesellschaft ein stückweit um die Ohren fliegt.“

Dass der zweite Vortrag, den am 25. Oktober der zweimalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering zum Thema „Die Volksparteien in der Krise. Wohin steuert unsere Demokratie?“ halten wird, mit dem ersten stark verwandt ist, war eigentlich gar nicht beabsichtigt. „Das hat sich so ergeben“, verrät Jürgen Kahl. Die Folgen der Agenda 2010 sind häufig chancenlose Kinder aus Hartz IV-Familien. Die Schere zwischen Arm und Reich sorgt für Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit.

Nach der Politik kommt die Theologie. Am 22. November ist der evangelische Theologe Okko Herlyn zu Gast, der unter dem Motto „Das Vaterunser. Verstehen, was wir beten“ ein Blick auf das bekannteste Gebet werfen wird. „Dabei wird über die einzelnen Bitten eingehender nachgedacht“, verspricht Pfarrer Martini.

Wie „Die biblische Schöpfungsgeschichte im Lichte der neusten Erkenntnisse der Astrobiologie“ aussieht, wird am 17. Januar dann Dr. Jean-Pierre de Vera verraten. „Viele meinen ja, man müsse als Wissenschaftler schizophren sein, wenn man auch glauben will“, sagt Dr. Ursula Schulte, selbst Wissenschaftlerin. „Aber de Vera kommt auf ganz erstaunliche Ergebnisse.“ Auch die Kultur darf im Veranstaltungskalender des ÖBH nicht zu kurz kommen. Deshalb heißt es am 14. Februar „We make you romantic – Vom Dilemma tiefer Gefühle“. Für diesen poetisch-musikalischen Kunstgenuss konnte das Aachener Duo Robert Scholtes und Wolfgang Wittmann gewonnen werden. Die letzte Veranstaltung widmet sich dem kontroversen Thema „Ist christliche Theologie notwendig judenfeindlich?“ Der aus einem Pfarrhaus stammende evangelische Theologe Prof. Dr. Andreas Pangritz wird dabei einen Blick auf das Neue Testament und die Geschichte des Antisemitismus werfen. Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr und finden im evangelischen Gemeindehaus Sandheide statt. Die poetische Revue rund um die Romantik kostet 5 Euro Eintritt, alle anderen Veranstaltungen sind kostenlos. Und so soll es auch bleiben, wenn das Ökumenische Bildungswerk Hochdahl 2019 seinen 50. Geburtstag feiert.