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Notbetreuung: Städte im Kreis Mettmann warten auf Ansturm

Land hat die Bestimmungen gelockert : Notbetreuung: Städte warten auf Ansturm

Seit Montag können auch Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden unter bestimmten Voraussetzungen in Kitas betreut werden. Die Städte haben alles vorbereitet und sich für eine große Nachfrage gewappnet.

Die Zahl wächst stetig: In Mettmann waren am Freitag 83 Kinder in Kita-Notbetreuung, bei 1400 Plätzen, das entspricht sechs Prozent. Durch die Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden werde sich diese Zahl weiter erhöhen, sagt Stadtsprecher Thomas Lekies. Konkrete Zahlen dazu lägen aktuell noch nicht vor.

Die Stadt Mettmann weist darauf hin, dass die Kindertagesbetreuung weiterhin nur zu zwingend notwendigen Zeiten dann erfolgen kann, wenn eine private Betreuung insbesondere durch Familienangehörige oder die Ermöglichung flexibler Arbeitszeiten und Arbeitsgestaltung (Homeoffice) nicht gewährleistet werden kann.

Denn nach wie vor gelte es, Kontakte zu vermeiden. Bei Bedarf für eine Notbetreuung bittet das Jugendamt die Eltern um Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Tageseinrichtungen bzw. Tagespflegepersonen. Für die Bestätigung des Arbeitgebers müsse die unter www.mettmann.de/formulare hinterlegte Anlage „Bescheinigung des Arbeitgebers“ eingereicht werden. Betreut werden dürfen ausschließlich gesunde Kinder.

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Die Stadt Erkrath fühlt sich trotz der weiteren Lockerung der Kita-Notbetreuung durch das Land NRW gut vorbereitet. Dies betonte Sprecher Thomas Laxa auf Anfrage. „Erste Informationen über die Pläne der Landesregierung lagen uns bereits Anfang vergangener Woche vor, so dass wir auf den Erlass von Freitagabend gut vorbereitet waren und keinerlei Probleme bei der Umsetzung hatten.“

 Aktuelle Zahlen darüber, wie viele berufstätige Alleinerziehende in Erkrath von der neuen Regelung Gebrauch machen, konnte die Stadt gestern noch nicht nennen. In den vergangenen Wochen hätten 16 Alleinerziehende die alten Bedingungen erfüllt und das Not-Betreuungsangebot nutzen können. Bei ihnen handele es sich den damals gültigen Bedingungen gemäß ausnahmslos um Personen aus systemrelevanten Berufen.

Insgesamt wurden in Erkrath in der vergangene Woche 124 Kinder in 29 Gruppen in Schulen, Kitas und Ogata notfallbetreut, in dieser Woche sind es 156 Kinder in 34 Gruppen. Die Tendenz sei steigend, aber in einem Rahmen, der gemeistert werden könne, heißt es aus dem Rathaus. Für die Betreuung in Kitas stünden grundsätzlich alle Mitarbeitenden, die nicht krankgeschrieben sind, zur Verfügung. Für ihren Einsatz gebe es einen Kriterienkatalog des NRW-Familienministeriums.

Die Stadtverwaltungen gehen von einem weiteren starken Anstieg bei der Notbetreuung in dieser Woche aus, denn am späten Freitagabend hatte die Landesregierung ihren Artikel 3 der Corona-Betreuungsverordnung dahingehend geändert, dass es nun auch für Alleinerziehende aus nicht systemrelevanten Berufen leichter wird, ihre Kinder in einer Kita-Notbetreuung unterzubringen. Unberührt davon bleibt das allgemeine Betretungsverbot von Kindertagesstätten und Einrichtungen der Tagespflege zur Verhinderung einer weiteren Virus-Ausbreitung noch bis zum 3. Mai bestehen. Gleichzeitig werden die Ausnahmeregelungen stufenweise erweitert.

So ermöglicht die aktuelle Lockerung es nun auch berufstätigen Alleinerziehenden, ihre Kinder zur Not-Betreuung in die jeweilige Einrichtung zu schicken, die die Kinder auch normalerweise besuchen. Alleinerziehende, die aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit auf eine solche Not-Betreuung angewiesen sind, müssen dazu Kontakt mit der entsprechenden Einrichtung aufnehmen. In Wülfrath sind alle Kitas und Tagespflegepersonen über die neue Lage informiert, sagt Stadtsprecherin Franca Calvano, und ergänzt: „Die Zahlen der Notbetreuung steigen bereits seit dem Ende der Osterferien. Bis zum vergangenen Freitag waren es 30 Kinder an Schulen (Grundschulen, fünfte und sechste Klasse) und 50 in den Kitas. Diese Zahlen haben sich seit Ende der Osterferien verdoppelt, von 40 auf jetzt 80.“ Die Stadt erwartet, dass die Zahlen nun nach und nach deutlich steigen.

Zu Personal und Räumen könne derzeit keine verlässliche Aussage gemacht werden. „Es gibt auch in Tageseinrichtungen Beschäftigte, die einer Risikogruppe angehören. Bei den Räumen ist die Entwicklung der Betreuungsbedarfe abzuwarten. Ob diese angesichts der Vorgaben zu Gruppengrößen der Notbetreuung ausreichend sind, können wir noch nicht sagen. Wir planen von Tag zu Tag“, sagt Calvano.