Erkrath: Neues Kunsthaus-Jahr fängt mit Keramik an

Erkrath: Neues Kunsthaus-Jahr fängt mit Keramik an

Am Neujahrstag können Besucher Ursula Schwiegk bei der Oberflächengestaltung ihrer getöpferten Objekte zuschauen. Fotografin Eva Pannée hat den Arbeitsprozess im Bild festgehalten.

Schon Tradition ist die Werkschau am Neujahrstag im Kunsthaus Erkrath an der Dorfstraße. Zum Start in das Jahr 2018 zeigt die Keramikerin Ursula Schwiegk ab 14 Uhr die Oberflächengestaltung ihrer Keramikobjekte. Die Fotografin Eva Pannée hat Ursula Schwiegk bei der Arbeit an der Scheibe beobachtet und diesen Prozess mit der Kamera festgehalten. Die Besucher können also die Spannung der Ausstellungs-Entstehung miterleben.

Ton war schon immer Ursula Schwiegks Werkstoff. Ihn in der Hand zu halten, zu fühlen und zu formen mache sie ausgeglichen und zufrieden, berichtet sie. Ihren Traum vom Drehen an der Töpferscheibe konnte sie schließlich vor sieben Jahren verwirklichen.

Töpfern sei ein sehr meditatives Tun, bei dem sie sich völlig auf den Entstehungsprozess eines Gefäßes konzentrieren müsse. Dabei habe sie meist eine eher grobe Vorstellung vom Endergebnis und lasse sich gerne vom Material und insbesondere dem Spiel mit Formen leiten.

Seit etwa einem Jahr baue sie auch wieder größere Werkstücke auf, wobei sie hier immer eine sehr konkrete Vorstellung von Form und Größe des Objektes habe und zielgerichtet arbeite. Für die Oberflächengestaltung lasse sie sich durch Strukturen aus der Natur sowie Muster oder Ornamente inspirieren.

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In der Keramik ist die Form des Objektes das eine, die Oberflächengestaltung mit Engoben (Tonmineralmasse, die zur Einfärbung oder Beschichtung keramischer Produkte dient) oder Glasuren aber die eigentliche Herausforderung. Diesen Prozess zeigt Schwiegk in der Ausstellung "Drehmomente in Ton und Bild". Erst wenn sie das Objekt nach dem letzten Brand aus dem Ofen nimmt, weiß sie, ob es ihren Anforderungen standhält oder aussortiert werden muss.

Fotografin Eva Pannée muss in der Regel ihre Motive suchen. Da sie auch seit Jahren mit Ton in Aufbautechnik arbeitet, war für sie die Verabredung einer gemeinsamen Ausstellung eine gute Gelegenheit, den Umgang mit Ton aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ursula Schwiegk beim Drehen auf der Scheibe mit der Kamera zu beobachten, den Schwung der Scheibe und die Veränderungen des Tons durch das Zusammenspiel der Handarbeit und der Geschwindigkeit der Scheibe im Bild festzuhalten, war für sie eine besondere Herausforderung.

Die Besucher sollen durch die Fotografien sehen, was an Handarbeit in dieser Ausstellung nicht gezeigt werden kann. Aber auch die Oberflächengestaltung der Keramiken erfordert besondere Beachtung. Diesen Arbeitsprozess im Bild festzuhalten, vom Muster bis zur Fertigstellung, ist insbesondere wegen der oft filigranen Handarbeit für die Besucher und die Fotografin eine faszinierende Arbeit.

(RP)