Netzwerk hilft in Erkrath bei Start in den Ruhestand

Engagiert : Netzwerk hilft bei Start in den Ruhestand

Künftig sollen über 55-Jährige beim Übergang in die Rente auch in Alt-Erkrath und Unterfeldhaus von so genannten Zwar-Netzwerken profitieren.

Knapp 3500 Bürger in Alt-Erkrath und Unterfeldhaus, die 55 Jahre und älter sind, werden in den nächsten Tagen Post von Bürgermeister Christoph Schultz bekommen. Er wird sie einladen, an der Gründungsversammlung des Netzwerkes „Zwar“ teilzunehmen, die für Donnerstag, 4. April, 18 Uhr, in der Stadthalle geplant ist.

Das Kürzel „ZWAR“ steht für Zwischen Arbeit und Ruhestand und ist ein Instrument der Stadtteilentwicklung in den Kommunen, das seit 35 Jahren vom Land gefördert wird. Die Leiterin der Begegnungsstätte Gerberstraße, Monika Thönes, Susanne Steller, Sachbearbeiterin für Senioren, Pflege und Wohnberatung der Stadt Erkrath und Ute Schünemann-Flake von der Zwar-Zentralstelle NRW in Dortmund stellten das Konzept vor. Es soll älteren Menschen in Erkrath Anregungen geben, gemeinsam mit Gleichgesinnten das Leben sinnvoll zu gestalten.

So berichtete Monika Thönes von dem Gespräch mit einer Dame, die im Alter von 55 Jahren noch keine Begegnungsstätte aufsuchen würde – sie fühlt sich dazu noch zu jung. Für sie wäre „Zwar“ eine Alternative, denn in dieses Netzwerk, das nun in Erkrath aufgebaut werden soll, kann sich jeder einbringen, seine Wünsche vortragen und mit ebenso Interessierten seine Aktivitäten erleben. Und die Palette ist riesig: ob Fotoarbeiten, wandern, Karten- oder Gesellschaftsspiele spielen, musizieren, diskutieren, Theater- oder Kinobesuche organisieren, schwimmen oder, oder... Da sind keine Grenzen gesetzt, denn Ziel ist es, dass sich Interessensgruppen finden und ihre Vorhaben eigenverantwortlich organisieren.

Denn das ist das Wesentliche an Zwar: die Eigenverantwortung und das eigene Engagement herauszufordern. Dazu will Ute Schünemann-Flake ermutigen, anregen und Hilfestellung geben. Wie sehr beeinflusst das Netzwerk da die Ankündigung auf Landesebene, Fördermittel für Zwar-Gruppen bis Jahresende zu streichen? Auf RP-Nachfrage antworten die Verantwortlichen, dass die Arbeit in Erkrath von den finanziellen Streichungen seitens des Landes nicht betroffen ist und Zwar kraftvoll durchstarten darf. Ein Riesenerfolg ist bereits die Zwar-Initiative in Hochdahl. Schon bei der Gründungsversammlung im Oktober konnten über 250 Bürger begrüßt werden und nun, nach gut vier Monaten, sind bereits 22 Gruppen entstanden, die ihren Alltag mit gemeinsamen Aktivitäten bereichern.

Schwierig gestaltet sich die Suche nach passenden Räumen. Da wird noch viel Phantasie und auch der Gedanke ans Gemeinwohl vonnöten sein. Doch sowohl Bürgermeister Christoph Schultz, als auch Susanne Steller und Monika Thöne wollen in ihrem Engagement, diese Hürde zu überspringen, nicht nachlassen und sind guten Mutes.

Jedenfalls waren dem Aufruf an Multiplikatoren wie Sportvereine, Ärzte, Physiotherapeuten und Betriebe, diese Initiative auch in Erkrath zu etablieren, 28 Vertreter der örtlichen sozialen Verbände, der Kirchen und Vereine gefolgt, um die Vorbereitungen für die Gründungsversammlung zu unterstützen und Zwar auch in Alt-Erkrath und Unterfeldhaus zum Erfolg zu verhelfen.